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Artikel vom 06.01.2004

Wissenswertes

Die Heiligen Drei Könige und der Kasperli

Nicht nur für die katholische Kirche ist der 6. Januar, der Dreikönigstag, ein Fest, dessen Ursprung bis in die Frühzeit des Christentums zurückgreift.

Von Redaktion



Die Bedeutung des Dreikönigstags reicht bis in den Aberglauben und die Bräuche der heidnischen Zeit. Wenn bei der Wintersonnenwende um den 21. Dezember der kürzeste Tag des Jahres erreicht ist, dann werden die Tage nicht sogleich wieder spürbar länger. Zwölf Tage und Nächte währt nach alter Überlieferung der Kampf des Lichtes mit der Finsternis.

Am 6. Januar jedoch ist der Sieg der Sonne entschieden. Strahlend und immer höher steigend, leuchtet sie über dem längerwerdenden Tag. Der Dreikönigstag beendet die schicksalschweren und geheimnisvollen «12 Nächte» und eröffnet dem neuen Jahr Glück und Segen. Das bringen die vielen alten Volksbräuche zum Ausdruck.

Die Drei Könige tauchen spät auf

Die Namen der drei Könige, Kaspar, Melchior und Balthazar nennt zum ersten Male der 674 in Northumberland geborene Kirchenhistoriker und Schriftsteller Beda Venerabilis. Für die Reise der drei Weisen aus dem Morgenlande war am bedeutendsten Melchior. Das ist ein hebräisches Wort und bedeutet Lichtkönig. Melchior war ein Sternkundiger. Er hatte den Stern entdeckt, dem sie nach Bethlehem folgten. Darum trägt auch bei den Umzügen am Dreikönigstage Melchior den Stern.

Balthasar soll der babylonische Belsazar sein. Dieses Wort soll mit «der Kühne» oder auch mit «Beschützer des Lebens» zu übersetzen sein.

Der Beliebteste ist der Mohr

Die beliebteste Figur aber von den drei Burschen, die sich als Heilige Könige verkleiden, ist zweifelsohne der «schwarze Kaspar aus Mohrenland». Er ist der Wortführer der Sternsinger, die da ihren alten Spruch verkünden : «Wir Heiligen Drei Könige mit dem goldenen Stern, wir essen und trinken und zahlen nicht gern.» Das Volk fragt sie : «Ihr Heiligen Drei Könige, wo wollet ihr hin ?» und sie antworten : «Nach Bethlehem steht unser Sinn».

Kasperl

Kaspar, dessen Name persisch sein soll und soviel wie «der Glänzende» oder auch «Schatzmeister» bedeuten soll, ist es, der dem Christuskinde das Gold darbringt. Wegen dieser Eigenschaft ist er sowohl als Vorname, wie auch als Familienname im deutschsprachigen Raum eingedrungen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dem ehrwürdigen Mohrenkönig aber auch die groteske Figur des «Kasperletheaters». Weil der Kaspar schwarz ist, wurde er in manchen Gegenden sogar zum Teufel gemacht. Im 18. Jahrhundert brachte der Schauspieler Laroche in Wien den Heiligen König sogar als «Kasperl» auf die Bühne und ließ ihn an die Stelle des überlebten «Hanswurst» treten.



Der bekannte Genremaler Jan Steen (1626-1679) stellt hier zeitgenössische Sternsinger dar. Typisch ist der leuchtende Stern, der sich drehen lässt. Das Bild befindet sich in Privatbesitz.

Viele Lieder singen von den Drei Königen

Viele Lieder sind uns über das Fest der Heiligen Drei Könige überliefert worden. So heißt es in der niedersächsischen Helians aus dem 9. Jahrhundert : «Die Weisen fielen aufs Knie vor dem Kind, und mit Königsehren grüssten sie es, und die Gaben legten sie, Weihrauch und Gold, an der Wiege nieder und Myrrhen inmitten. Die Männer standen hold vor ihrem Herrn, den mit Händen sie froh umfingen. Fromm dann kehrten zur Herberge die drei.»

Eine kirchliche Hymne lautet : «Ein Stern, an Pracht und lichtem Schein — Die Sonne schlagend gibt bekannt — Ins Erdental trat bei euch ein — Gott selbst in irdischem Gewand. — Die Weisen sahn's, da bieten sie — Des Ostens Gaben dar als Sold — Und opfernd sinken in die Knie, — Fromm Weihrauch, Myrrhe, Königsgold».

Von Redaktion

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