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Artikel vom 17.02.2019

Postume Ehrung

Rue Tomi Ungerer

Eine Strasse soll im Herbst in der Geburtsstadt des grossen Elsässers nach ihm benannt werden

Von Jürg-Peter Lienhard



Die Place an der rue de Tivoli in vollem Frühlingsblust. Foto wikipedia.


Kaum sind die letzten Töne der grossen Orgel in dieser wundervollen Akustik des Strassburger Münsters nach der Abdankung verklungen, und schon steht fest, dass nach Tomi Ungerer eine Strasse im Wacken-Quartier benannt werden soll: Die rue de Tivoli, in prominenter Nähe zum Palais de la Musique mit der rue Richard Strauss und des Europäischen Parlamentes, zumal unweit seines Museums an der Avenue de la Marseillaise. Für mehr hier klicken:

Der Präsident der Nomenklatur-Kommission, die die Namen von Strassen und Schulen vergibt, Alain Fontanel, erklärte zum Vorhaben, dass die Familie Ungerer seit mehr als einem Jahrhundert mit diesem Stadtteil verbunden ist. Zumal der Uhrenmacher Théodore Ungerer, der Vater von Tomi, 1927 an der rue Jean-Jacques Rousseau das Haus der Familie erbaute, erklärte der Adjoint des Bürgermeisters. In diesem Haus im nördlichen Strassburg wuchs der kleine Tomi auf. «Dieser Stadtteil war in den Jahren 1920 bis 1930 ein Ort der Feste und der Begegnungen, wo sich auch eine Brauerei und eine ‹Guinguette› (ein Pavillon für Tanzveranstaltungen) befand sowie später ein von den Deutschen angelegter Park.» Es soll schliesslich einen Statue oder eine Büste des Künstlers aufgestellt werden, wozu bereits die Genehmigung vorliege. Dieses Gedenkobjekt dürfte im Herbst aufgestellt werden, gleichzeitig mit der Namensänderung auf «Rue Tomi Ungerer».

N.B. Das Elternhaus von Tomi wurde später vom Barden und Freund Roger Siffer und seiner Familie vorübergehend bewohnt. Übrigens ganz in der Nähe des Radio- und Fernsehstudios an der Place de Bordeaux. Die erwähnte «Guinguette» war in den achtziger Jahren zeitweise eine erste Adresse für die elsässische Spezialität «Grumbeerekiechle» (Grundbirnen-, also Kartoffelküchlein) und ein Treffpunkt der Bohème rund um Germaine Muller sowie der Medienschaffenden. Also ein gut gewählter Ort für eine Tomi-Ungerer-Strasse, auch wenn die Zeit der guten «Grumbeerekiechle» und der Bohème an der rue J.-J. Rousseau vorbei ist oder nur in der Erinnerung des Verfassers dieser Notiz lebendig ist…

Von Jürg-Peter Lienhard



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