Im Fokus der Autoren - Ottokars Cinétips

Artikel vom 24.03.2009

Ottokars Cinétips

Türkische Romanze

«Issiz Adam» mit Cemal Hünal und Melis Birkan im Basler Kino Küchlin

Von Ottokar Schnepf



Während Blödel- und Teenie-Filme in den Kinos Vorrang haben, gibt es unbeachtet von (Schweizer) Publikum und den Medien Filme für unsere türkischen Mitbewohner, die etwas zu sagen, genauer: zu zeigen haben.


In einem der Pathé-Kinos im Küchlin ist zurzeit der türkische Kinohit «Issiz Adam» zu sehen. Alper heisst der von sich sehr eingenommene Restaurantbesitzer in Istanbul. Eigentlich fehlt ihm nichts, er kocht gern gut und liebt Musik. Doch innerlich leidet der geschiedene Mann an einer uneingestandenen Sehnsucht nach menschlicher Nähe, bei gleichzeitiger Bindungsangst.

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Artikel vom 04.03.2009

Ottokars Cinétips

Missglückte Adaption

«Ein Holocaust-Film ist der sicherste Weg zum Oscar», so jedenfalls hat sich Kate Winslet vor Jahren über die berühmteste Preisverteilung der Welt lustig gemacht…

Von Ottokar Schnepf



Kate Winslet hat den Oscar als beste Schauspielerin bekommen. Der Film selbst ist jedoch eine komplette Vorlagenverdrehung…


Jetzt hat sie für ihre Rolle als KZ-Aufseherin in «The Reader» diese Trophäe gewonnen. Beeindrucken liess sich die Jury durch die Verwandlung Kate Winslets von der selbstbewussten Mittdreissigerin zu einer 60-jährigen gebrochenen Frau in der zweiten Filmhälfte. Ob das eine besondere schauspielerische Leistung ist, sei dahin gestellt, das Verdienst gebührt aber wohl der Maskenbildnerin. Für die Rolle der Hanna war ursprünglich Nicole Kidman vorgesehen, die kurzfristig aus Termingründen absagen musste.

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Artikel vom 24.02.2009

Ottokars Cinétips

Der Ringer mit dem Hörgerät

«The Wrestler» mit Mikey Rourke ging aus der Oscar-Nomination leer aus - aber gleichwohl ist der Film schlichtweg grossartig

Von Ottokar Schnepf



In «The Wrestler»- in Vendig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet - sucht ein Catch-Star vergebens sein Comeback; sein Darsteller darf es feiern.


Der einstige Catch-Star Randy «The Ram» Robinson ist zu einem Wrack geworden. Mit Billigkämpfen hält er sich über Wasser. Nach einem Herzanfall erkennt er endlich die Grenzen seiner Existenz, doch er steigt noch einmal in den Ring, in der Hoffnung auf ein Comeback.

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Artikel vom 04.02.2009

Ottokars Cinétips

Der falsche Sohn

Clint Eastwood zeigt ein kämpfende Frau und eine korrupte Polizei im Los Angeles von 1928: «Changeling» mit Angelina Jolie in ihrer ersten dramatischen Rolle

Von Ottokar Schnepf



This is not my son - sagt Angelina Jolie entsetzt, als ihr die Polizei einen Ersatzsohn für ihren vermissten Walter unterschieben will.


Der wortkarge Held aus Sergio Leones Dollar-Western von 1964, hat es im Verlauf von 45 Jahren zu einem der wichtigsten und interessantesten Filmregisseure des amerikanischen Kinos gebracht.

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Artikel vom 28.01.2009

Ottokars Cinétips

Aufwühlende Liebesgeschichte

Ein fantastischer Film über das Sterben, dessen Titelheld im Körper eines Greisen zur Welt kommt und diese rückwärts alternd als Säugling wieder verlassen muss

Von Ottokar Schnepf



Brad Pitt ist als Benjamin Button erst 10 Jahre jung, hat den Körper eines 80-jährigen - wird aber immer jünger im Aussehen und älter an Jahren.


David Fincher schildert in «The Curious Case of Benjamin Button» die wunderliche Expedition des kauzigen Benjamin Button. Sie führt ihn rund um den Globus durch das Labyrinth des Schicksals und direkt in das menschliche Herz: Ein modernes Märchen von profunder Melancholie, inszenatorisch perfekt durchkomponiert und mit unfassbar subtilen Spezialeffekten versehen; unvergesslich und von nachhaltiger Wirkung.

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Artikel vom 26.01.2009

Ottokars Cinétips

Romantischer Kitsch

Western, Melodram, Kriegsdrama, Nationalepos - «Australia» hat von allem etwas...

Von Ottokar Schnepf



Nicole Kidman und Hugh Jackman retten die gute Seele des titelgebenden Kontinents.


Unweigerlich denkt man bei Luz Luhrmanns Film an «Lawrence of Arabia», «Giants», «Gone with the Wind» und andere Kino-Epen, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Vor allem aber «Out of Africa» ist naheliegend. Denn wie Meryl Streep als Entwurzelte sich auf eine Selbsterfindungsreise nach Afrika begibt, ist Nicole Kidman eine Britin, die in der Fremde erkennt, dass Wissen und Weisheit durch die Geschichten weitergegeben werden, die ein Land und seine Bewohner erzählen, in ihrem Fall die Aborigines.

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Artikel vom 23.01.2009

Ottokars Cinétips

Operation Walküre - geglückt!

Bryan Singer hat mit "Valkyrie" einen grundsoliden Thriller über Männer auf verlorenem Posten inszeniert - und macht einen deutschen Nationalhelden zum normalen Kinohelden

Von Ottokar Schnepf



Der umstrittene Stauffenberg-Film mit Tom Cruise ist nicht das Desaster, das alle erwartet haben.


Graf von Stauffenberg ist der «Star» unter den Hitler-Attentätern. Denn es gab weit mehr Männer, die den Barbaren töten wollten - und dafür fast immer mit dem eigenen Leben bezahlten. Und weil keiner im deutschen Offiziersmilieu als Selbstmordattentäter zur Verfügung stand - leider kannte man diese Kampftaktik noch gar nicht -, scheiterten sie alle. Und Hitler überlebt., auch den von Stauffenberg und seinen im nahe stehenden Offiziere ausgefeilten Anschlag vom 20. Juli.

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Artikel vom 17.12.2008

Ottokars Cinétips

Eine Familie in der Krise

«Tokyo Sonata» zeichnet eindrucksvoll das Porträt des unaufhaltsamen Untergangs einer japanischen Familie

Von Ottokar Schnepf



Getrübte Stimmung am Mittagstisch der Familie Sakasi.


Einmal mehr kommen wir dank «trigon-film» in den Genuss eines japanischen Kinofilms. «Ich arbeite immer nur für die grosse Leinwand, für ein Publikum, das etwa zwei Stunden im Dunkeln auf einem Fleck sitzt. Dort muss der Film funktionieren» - diese Aussage von Kiyoshi Kurosawa könnte auch von Altmeister Akira Kurosawa stammen, mit dem er zwar nicht verwandt ist, doch messen kann er sich mit ihm alleweil.

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Artikel vom 17.12.2008

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Nichts als Frauen

Von der klassischen High-Society-Komödie von 1939 zur harmlosen Kino-Schmonzette von 2008

Von Ottokar Schnepf



Die «Women» von heute: lediglich geliftete Abziehbilder gegen....


Neuverfilmungen am laufenden Band kommen aus Hollywood. Nur selten gelingt es diesen, das Original zu erreichen, wie «The Women» einmal mehr treffend beweist.

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Artikel vom 30.11.2008

Ottokars Cinétips

Träume und Erinnerungen

Der reale Irrsinn, der mit nichts zu beschreiben ist, ausser mit einem irrsinnigen Animationsfilm

Von Ottokar Schnepf



In «Waltz with Bashir» rekonstruiert Folman die private Geschichte seiner späteren Auseinandersetzung als wild blühenden, sehr erwachsenen Animationsfilm. Ein bildgewaltiger, durch Träume und Erinnerungen wandernder Essay über den Irrsinn des Krieges und die Kraft der Verdrängung.


Ari Folman war 19, als er sich im September 1982 mit seinen israelischen Armeekameraden im Sicherungsring rund um das Palästinenserlager von Sabra und Schatila in Beirut wieder fand, wo libanesische Milizen ein Massaker an Zivilisten verübten.

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