Im Fokus der Autoren - Ottokars Cinétips

Artikel vom 06.12.2009

Ottokars Cinétips

Paranoider Dampfplauderi

Seine geniale Selbstvermarktungsstrategie als tollpatschiger New Yorker Intellektueller mit jüdischen Wurzeln machte ihn international berühmt - doch jetzt serviert Woody Allen mit 75 ein schwaches Alterswerk

Von Ottokar Schnepf



«Whatever Works» - does not work - der alte Schwung ist hin.


Das Drehbuch schrieb Woody Allen bereits vor 30 Jahren. Nun hat er es in Rekordzeit verfilmt. Hätte er die Geschichte des Quantenphysikers Boris, der sich für ein Genie hält und dies immer wieder unter Beweis zu stellen vermeint, damals schon zu einem Film verarbeitet - und die Rolle selber gespielt - sicher wäre der Dampfplauderi Boris um eine Nuance sympathischer ausgefallen.

Mehr...

Artikel vom 24.11.2009

Ottokars Cinétips

Tsumani überflutet Himalaya

Nach «Independence Day» und «The Day After Tomorrow» schlägt Apokalypse-Veteran Roland Emmerich ein weiteres Mal zu - und lässt mit einem Budget von 200 Millionen die ganze Welt untergehen

Von Ottokar Schnepf



Das Ende der Welt ist in «2012» vor allem eine Geschicklichkeitsübung.


Auch mit seiner jüngsten Regiearbeit bleibt Roland Emmerich seiner Linie treu. «2012» handelt nämlich vom Titel gebenden Jahr, in dem - zumindest dem antiken Kalender der Mayas zufolge - die Welt durch eine Reihe gigantischer Naturkatastrophen untergehen soll.

Mehr...

Artikel vom 13.11.2009

Ottokars Cinétips

Komödiantischer Wirtschaftskrimi

In Steven Soderberghs White-Collar-Crime-Komödie «The Informant!» ergaunert sich Matt Damon mit dreisten Lügen ein Millionenvermögen

Von Ottokar Schnepf



Vielsagende Szene: der aufgespeckte Matt Damon bei einer «Sitzung» im entsprechenden «Sitzungszimmer».


Alles beginnt damit, dass Marc Whitacre Anfang der 90er Jahre beschliesst, mit dem FBI gemeinsame Sache zu machen und Informationen über angebliche illegale Preisabsprachen seines Arbeitgebers auszuplaudern. Doch bald stellt sich heraus, dass Whitacre alles andere ist als ein uneigennütziger Kämpfer gegen Konzernmachenschaften.

Mehr...

Artikel vom 12.11.2009

Ottokars Cinétips

Menstruierender Papst

Was schon mal Esther Villar in «Die amerikanische Päpstin» als geniale Parodie einfiel, verstümpert Regisseur Sönke Wortmann in seinem lächerlichen Historienschinken

Von Ottokar Schnepf



Androgyner Papst, respektive Päpstin im Film «Die Päpstin» erzeugt unbeachsichtigt Lachsalven durch das aufgeklärte Publikum…


Eine eindimensionale Johanna von Ingelheim kämpft sich als Mann durch die Widrigkeiten des Mittelalters, um später den Papstthron zu besteigen: Die Verfilmung des Historienromans «Die Päpstin» ist ein groteskes Debakel.

Mehr...

Artikel vom 04.11.2009

Ottokars Cinétips

Verbotene Liebe

Nach «Pleasent Days» (preisgekrönt 2002 in Locarno) und «Johanna» (preisgekrönt 2006 in Cannes) kommt jetzt mit «Delta» der neueste Film des jungen ungarischen Filmemachers Kornel Mundruczo in die Kinos

Von Ottokar Schnepf



«Delta» erzählt vor dem Hintergrund einer wunderschönen Naturlandschaft die berührende Geschichte eines jungen Paares, das sich des Inzests schuldig macht - und stellt die Frage, wie weit eine Gesellschaft bereit ist, die Freiheit eines Einzelnen zu tolerieren.


Ein junger Mann kehrt zurück an den von der Welt abgeschiedenen Ort, der einst seine Heimat war, und bricht damit die Vorhersage: Wer hier weggeht, kommt nie mehr zurück! Doch er möchte in der vor Jahren verlassenen Einöde eine neue Existenz aufbauen.

Mehr...

Artikel vom 25.10.2009

Ottokars Cinétips

Schuld, Sühne und Strafe

Ein Klima der Angst und Einschüchterung herrscht in Michael Hanekes neuem Werk «Das weisse Band», in dem ein reformierter Pfarrer und andere in einer deutschen Dorfgemeinschaft den Boden für kommende Gewalt ebnet

Von Ottokar Schnepf



Der reformierte Dorfpfarrer unterzieht seine vier Kinder einer strengen, stellenweise sogar diktatorischen Disziplin, deren Folgen im National-Sozialismus eskalieren werden.

Im Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs tritt ein junger Lehrer in einem norddeutschen Dorf seine Stelle an. Seine Schüler und deren Familien werden ihm immer unheimlicher, denn es passieren geheimnisvolle Anschläge auf Bewohner.

Mehr...

Artikel vom 23.10.2009

Ottokars Cinétips

Völker, hört die Signale!

Nach seiner Hasspredigt auf George W. Bush und dem Abgesang auf das amerikanische Gesundheitssystem widmet sich Doku-Filmer Michael Moore diesmal dem Kapitalismus - seine Botschaft: weg damit!

Von Ottokar Schnepf



Michael Moore bittet einen Sicherheitsbeamten einer Bank an der Wallstreet in New York um Einlass; er möchte die Milliarden Dollar zurückholen, die amerikanische Steuerzahler den Banken vorgeschossen haben.


Der Mann ist bewundernswert. Seit zwanzig Jahren kämpft er mit seinen bisher neun Filmdokumentationen für ein besseres, gerechteres und sozialeres Amerika. Seine Filme wurden alle an Festivals mit insgesamt 35 Preisen ausgezeichnet. Das hat bis anhin noch kein Filmemacher geschafft.

Mehr...

Artikel vom 21.10.2009

Ottokars Cinétips

Hässliche Familiengeheimnisse

Mehr als simple Krimi-Unterhaltung ist nicht nur Stieg Larssons packende Roman-Trilogie, auch die Verfilmung des ersten Buches hält den Zuschauer zweieinhalb Stunden lang in Atem

Von Ottokar Schnepf



Der Vormund terrorisiert sein Mündel, dieses schlägt mit doppelter Kraft zurück und hinterlässt ein Opfer mehr auf seinem Rachefeldzug gegen eine unmenschliche Männerwelt.


«Män som hatar kvinnor» (Männer, die Frauen hassen) lautet der Originaltitel des Buches und des Films. Auf Deutsch hingegen, unpassend wie so oft, heissen Buch und Film «Verblendung». Unter diesem Titel wird er auch bei uns angekündigt. Ein Glück wird er im Original und nicht deutsch synchronisiert gezeigt. Die Adaption des ersten Bandes von Stieg Larssons Krimi-Trilogie unter der Regie von Niels Arden Oplev ist bestens gelungen.

Mehr...

Artikel vom 08.10.2009

Ottokars Cinétips

Stereotype Kino-Unterhaltung

Nach dem Autobiographie-Bestseller «Wüstenblume» von Waris Dirie kommt jetzt der Film über das somalische Flüchtlingskind, das es vom Supermodel bis zum James Bond Girl und sogar zur UNO-Botschafterin geschafft hat

Von Ottokar Schnepf



Das somalische Fotomodell Waris Dirie brach in dem Bestseller «Wüstenblume» das Schweigen über die weitverbreitete Praxis der Genitalverstümmelung, unter der 130 Millionen Frauen in Afrika und anderswo leiden.


Das Buch Buch schildert nicht nur ihre Flucht aus Afrika nach London und den märchenhaften Beginn ihrer Karriere als glamouröse Titelblatt-Beauty, sondern ein wenig auch, wie Waris Dirie die in muslimischen afrikanischen Ländern weitverbreitete Tortur der Genitalverstümmelung am eigenen Leib erfahren hat. Der Film «Desert Flower» kreist lange, zu lange, um die exemplarische Migrations- und Aufstiegsgeschichte der schönen schwarzen Frau, ehe sie Diries besondere Leistung herausstellt, nämlich das Tabu um die verheerende Praxis der Klitorisbeschneidung gebrochen zu haben.

Mehr...

Artikel vom 03.10.2009

Ottokars Cinétips

Ist die Schweiz Filmprovinz?

Der Filmverleih unterschlägt immer mehr gute Filme - Spreu und Weizen in Basels Kinos

Von Ottokar Schnepf



Obwohl mit Stars in überzeugenden Rollen besetzt (Roberto de Niro, Bruce Willis und Sean Penn), kommt «Inside Hollywood» nicht zu uns ins Kino.


Verfolgt man das Wettbewerbsprogramm der alljährlich stattfindenden Filmfestivals, ist das Erstaunen gross - aber längst nicht mehr überraschend - wie viele interessante Filme von Schweizer Filmverleihern nicht wahrgenommen oder ignoriert werden. So müssen Filminteressierte warten, bis die an den Filmfestspielen prämiierten Werke auf DVD erscheinen. Fünf typische Beispiele stehen repräsentativ für eine von Jahr zu Jahr sich steigernde Anzahl von Filmen.

Mehr...

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11





Nach oben


Copyright © 2003 by webjournal.ch

 

Die Funktion Newsletter ist wegen Spam blockiert. Schreiben Sie eine Mail an info(ad)webjournal.ch mit dem Betreff: «Bitte newsletter zusenden» Besten Dnak für Ihr Verständnis.