Elsass - Allgemeines

Artikel vom 08.01.2010

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Geiselnahme endete unblutig

Zwei Häftlinge im oberelsässischen Zuchthaus für Schwerverbrecher in Ensisheim ergaben sich nach 15 Stunden und liessen den gekidnappten Wärter unverletzt frei

Von Redaktion



Wenn die Eingreifgruppe GIGN der Gendarmerie Nationale aufgeboten wird, geben selbst hartgesottene Gewaltverbrecher auf: Übungsbild einer Intervention durch ein überraschend in die Mauer gesprengtes Loch.


Zwei unberechenbare Gewaltverbrecher hatten am Mittwochabend, 6. Januar 2010, gegen 17.15 Uhr, einen Wärter des tristen Gefängnisses von Ensisheim im oberelsässischen Ried unter einem Vorwand in ihre Zelle gelockt, ihn darauf überwältigt und mit seinen Handschellen an eines der Eisenbetten in der Zelle gefesselt. Die beiden Verbrecher gaben indessen nach 15 Stunden Geiselnahme im Verlauf des Donnerstagmorgens, 7. Januar 2010, auf, nachdem sie die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens einsehen mussten: Die Behörden hatten pausenlos verhandelt und ernsthaft die Intervention von Spezialtruppen aus Paris vorbereitet. Immerhin ist der Wärter wohlauf.

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Artikel vom 10.11.2009

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Mit Video auf YouTube (Link am Schluss)

Vorbild Durmenach

Was das Sundgaudorf der Welt zu sagen hat

Von Juerg-Peter Lienhard



Die Namen der zivilen Opfer der Shoa auf derselben Stele: 17 Juden und zwei Zigeunerkinder. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Die Schweizer Juden stammen grösstenteils aus dem Sundgaudorf Durmenach, das am Sonntag, 8. November 2009, als erste französische Gemeinde die Namen seiner zivilen Shoa-Opfer, darunter zwei Zigeuner-Buben, am Monument aux morts anbringen liess. Zudem ist vor der früheren Synagoge ein Gedenkstein im Andenken an die bedeutende jüdische Gemeinschaft, die seit dem 15. Jahrhundert in Durmenach entstanden war, aufgestellt worden. An der Einweihungsfeier nahmen Juden und Zigeuner teil, wobei die Ansprache des Zigeuner-Vertreters grosse Betroffenheit und Rührung weckte, weil er daran erinnerte, dass immer noch kaum wahrgenommen wird, dass die Deutschen rund eine Million Menschen aus seiner Bevölkerungsgruppe ermordeten, und die Zigeuner noch heute nirgends in der christlichen Gesellschaft vor Verfolgung und Diskriminierung sicher sind.



Einzigartig und vorbildlich für ganz Frankreich: Am Gefallenendenkmal von Durmenach sind nun auch die Namen der zivilen Opfer der beiden Weltkriege und der Shoa angebracht. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 19.10.2009

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Mit Fotos zum Raten

Das Dreiländereck aus der Luft

Der Photographe Jean-Jacques Diemer eröffnet am Donnerstag, 23. Oktober 2009, in der Mairie von Saint-Louis eine Ausstellung seiner Flugaufnahmen von der Grenzecke

Von Juerg-Peter Lienhard



Bild Nummer 1: Was zeigt diese und alle folgenden Aufnahmen? Raten Sie - es ist nicht ganz einfach, da die Landschaften aus der Luft sehr viel anders aussehen als aus der Froschperspektive vom Boden… Die Lösung finden Sie am Schluss dieses Artikels. Alle Fotos Jean-Jacques Diemer, Saint-Louis © 2009


Den Photographe Jean-Jacques Diemer gibt es schon lange, aber er wirkt immer noch jung und agil. Vor allem ist er unglaublich initiativ. Seine neuste «Innovation» ist ein kleiner Fesselballon, womit er bei Windstille und leicht bedecktem Himmel ohne Flugzeug und ohne grossen Aufwand Luftaufnahmen von Objekten, Privathäusern und Firmengelände aufnehmen kann. Aber er ist auch Pilot, was ihm ermöglicht, aus grösserer Höhe Landschafts- und Panoramabilder zu schiessen. Rund 50 Fotos im Grossformat zeigt er jetzt im «Forum» der Marie von Saint-Louis; am Donnerstagabend ist Vernissage.

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Artikel vom 14.09.2009

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Mit Foto-Rundgang

Gut besuchte Bio-Messe

Nächstes Jahr wird es wieder eine Bio-Messe in Hegenheim geben, versicherten die Veranstalter

Von Juerg-Peter Lienhard



«Complet»: Bio-Beiz, geführt vom Bio-Dôme, dessen Menüs Koch Harry zubereitete. Blick in die Salle-des-Fêtes und auf die Ausstellungs-Stände. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Die Ambiance war «aufgeräumt», die Stimmung sympathisch und die Organisation reibungslos: Wohl hat der schöne Altweibersommer-Sonntag vom 13. September 2009 vielleicht die ganz grosse Masse vom Besuch der ersten Bio-Messe in der Salle des Fêtes von Hegenheim abgehalten, aber dadurch waren die Korridore zwischen den Ständen nicht überfüllt, und die Aussteller konnten um so besser ein interessiertes Publikum beraten - und auch verkaufen. So sind die Aussteller zufrieden; die Organisatoren um Michel Heinimann jedoch sahen sich bestärkt in ihrer Vision, dass die Bio-Messe nicht nur ein Publikum findet, sondern im nächsten Jahr eine Nachfolge haben soll.

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Artikel vom 07.07.2009

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Mit Video auf YouTube (Link am Schluss)

361'231 Franken für eine Kühlerfigur…

Die Versteigerung des Nachlass-Gerümpels des Autonarren und Grossbetrügers Fritz Schlumpf im elsässischen Molsheim, wo Ettore Bugatti seine Automobilfabrik betrieb

Von Juerg-Peter Lienhard



Es ist kein Rembrand, aber dieser Zapfen ist von Rembrand Bugatti gestaltet worden und heisst eben auf Französisch «Bouchon». Der 361'231 Franken teure Zapfen ist jetzt also ab und damit Auftakt zum Zapfenstreich in der traurigen Schlumpf-Affäre. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Das Publikum ist hochgradig vergesslich und hat daher keine Skrupel, selbst Leichenfledderei zu begehen: Der Schweizer Industrielle Fritz Schlumpf hat in den siebziger Jahren sein einstmals blühendes Textil-Imperium zugrundgerichtet, indem er einer krankhaften und jedes Mass sprengenden Sammelsucht für alte Autos so lange unbehelligt frönen konnte, bis 2500 Arbeiterinnen und Arbeiter ihren langjährigen Arbeitsplatz in einer wirtschaftlich gebeutelten Region verloren. Zusammen mit den Angehörigen betraf der Zusammenbruch über 8000 Menschen im Elsass und in Nordfrankreich.



Wie auf dem Flohmarkt am Petersplatz: Kitschiger Giggernillis und hässliche Staubfänger oder schwerer, dunkler Gerümpel aus dem vorletzten Jahrhundert, wo auch die geistige Entwicklung der Gebrüder stehengeblieben war. Weitere Bilder am Schluss dieses Artikels. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 06.07.2009

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Mit Video auf YouTube (Link am Schluss)

Schlumpfs Bugatti-Elefant unter dem Hammer

Ein Schweizer ersteigerte die Kühlerfigur für 238'000 €uro und den Rolls-Royce des Wirtschaftskriminellen für 32'000 €uro

Von Juerg-Peter Lienhard



«Lot no 198. Rembrandt Bugatti, bouchon Eléphant»: Das spektatkulärste Gebot brachte die Kleinigkeit von umgerechnet CHF 361'231.135. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Cléophée, die hinterbliebene Tocher des 1992 in Basel verstorbenen und in Frankreich verurteilten Wirtschafts-Kriminellen Fritz Schlumpf, liess am Sonntag, 5. Juli 2009, in Molsheim ihr Erbe vesteigern. Es war eine Marathon-Gant von vier Stunden, bei der das allermeiste des Erbgutes eher unter der Rubrik «Flohmarkt-Artikel» figurierte. Die Gebote blieben - mit Ausnahme der Highlights, die erst ganz zum Schluss unter den Hammer kamen - moderat. Aufgrund des enormen Aufmarsches ist auch anzunehmen, dass sie meist aus Neugier und aus makabrer, wenn nicht gar aus perverser Trophäen-Gier ersteigert wurden.



Maitre Antoine Audhuy meisterte die vierstündige Versteigerung im schwülheissen Saal des «Hôtel de la Monnaie» ohne einen einzigen Schluck Wasser… Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 22.06.2009

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Mit Fotorundgang im Format PDF

Die van Goghs von Kiffis

Die Sensation ist komplett: Das Estrichentrümpelungs-Fest, dem ersten Dorffest des elsässischen Jura-Ortes, förderte mehrere Bilder des genialen Holländers zutage

Von Juerg-Peter Lienhard



Einer der drei van Goghs, hier auf dem Stand der Familie Jean Walther. Allerdings nur als Sujet auf einer Einkaufstasche (links in grüner Farbe) aus dem Kunstmuseum Basel. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Das gibts nur einmal: In unserer Vorankündigung zum Dorffest von Kiffis - dem Schwester-Ort der Baselbieter Gemeinde Roggenburg im elsässischen Jura - spekulierten wir nicht ganz ernst gemeint, dass vielleicht ein van Gogh beim Estrichentrümpeln zum Vorschein komme. Wir haben uns getäuscht: Nicht ein, nicht zwei, sondern ganze drei van Goghs wurden am Sonntag, 24. Mai 2009, an den Flohmarktständen zwischen Kirche und «Salle des Fêtes» angeboten. Dass sie nicht verkauft wurden, liegt wohl nicht am Preis…



Immerhin ist die Strasse zwischen Kirche und «Salle des fêtes» keine Durchgangsstrasse, aber enormer Verkehr herrschte gleichwohl - Fussgängerverkehr. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 22.06.2009

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Die Rocky Mountains von Kiffis

Das elsässische Juradorf, Geschwisterdorf von Roggenburg (Kanton Baselland), ruft am Sonntag, 24. Mai 2009, zum ersten Dorffest seiner Geschichte auf

Von Juerg-Peter Lienhard



Kiffis ist NICHT Sundgau, obwohl es gleich nebenanliegt. Kiffis ist JURA. Die geografischen Begriffe werden gerne verwechselt, zumal sie nicht mit den politischen Grenzen übereinstimmen. Diese betörend schöne Landschaft ist in Kiffis zu sehen. Nicht real, sondern als Foto-Ausstellung einer Weltenbummlerin aus Kiffis zum Thema «Mon Tour du Monde». Foto: Marie-Christine Walther, Kiffis Les Forges © 2009


Es könnte ja sein, dass auf einem Estrich der französischen Jura-Gemeinde Kiffis (oberhalb von Wolschwiller und gegenüber von Roggenburg BL), plötzlich ein längst vergessener van Gogh zum Vorschein kommt. Denn Estrichenrümpeln war kürzlich in dem 280-Seelen-Dorf angesagt. Anlass war die Suche nach einem «Aufhänger» für das erste Dorffest vom Sonntag, 24. Mai 2009. Fast alle elsässischen Dörfer - zumal jene im Sundgau - veranstalten seit den achtziger Jahren ihr Dorffest und stimmen ihre Daten im Rahmen der «Ronde des Fêtes» ab. Es brauchte einen Anstoss, dass auch Kiffis nun sein Dorffest montiert - der Anstoss kam von «innen», aber von einer Weltenbummlerin aus dem Dorf…



Das hingegen IST Kiffis: Fotografiert von der Wollschwiler-Strasse, oberhalb der Kirche, neben den Stallungen von Jean Walther vom Hof «Zum Blauen»: Ortsschild mit dem Dorffestplakat «24 mai vide greniers» Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 14.05.2009

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Am Vorabend der Foire du Livre

Am Freitag, 15. Mai 2009, 18 Uhr, wird in Basels Nachbarstadt Saint Louis die 26. Buchmesse eröffnet

Von Juerg-Peter Lienhard



Einer der Gründe, warum die Basler Buchmesse nicht über die Runden kam, waren die hohen Quadratmeterpreise für die Luxusstände. Saint-Louis zeigt, wie man es bescheiderner machen kann - und darum schon seit 26 Jahren… Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Noch herrschte am Vorabend der «Foire du Livre» am Donnerstag, 14. Mai 2009, auf fast allen Tischen der Buchmesse gähnende Leere. Einzig Colonel Michel Buecher aus Pfirt und sein Adjutant-chef Roland Fontaine hatten bereits ihren Stand in der Abteilung «Eigenverlage» fertig dekoriert: «Le Devoir de Mémoire» - die Pflicht zur Erinnerung - heisst Buechers Buch über die Befreiung des Sundgaus im Zweiten Weltkrieg, das einige brisante Informationen über die Mitwirkung des Schweizer Generals Henri Gusian enthält.



Vétérinaire-Colonel Michel Buecher (rechts) und Adjutant-chef Roland Fontaine dekorieren ihren Stand für das Buch «Le Devoir du Mémoire». Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 10.05.2009

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Mit Fotoreportage am Schluss

Erinnern heisst Frieden sichern!

Am «Armistice 1945» hat Waldighofen am Freitag, 8. Mai 2009, dem Kriegsende und der Befreiung des Sundgaus gedacht und die erneuerte Brücke an der Strasse des 19. November in «Jean-de-Loisy-Brücke» getauft

Von Juerg-Peter Lienhard



Es war an der Zeit, dass die bisher namenlose Ill-Brücke in Waldighofen einen Namen erhielt - nicht irgendeinen, sondern denjenigen des ersten Befreiers des Sundgaus von den Deutschen: Lieutenant Jean de Loisy. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Der Sundgau ist am 19. November 1944 von der Schreckensherrschaft der Deutschen innert nur vier Stunden befreit worden. An der Spitze des Panzerpelotons der 1. Französischen Armee fuhr Lieutenant Jean Carrelet de Loisy. Sein für die überrumpelten Deutschen derart rasches Vordringen verhinderte, dass sie die von ihnen gebaute Notbrücke für die von den Franzosen 1940 gesprengte Brücke über die Ill ebenfalls zerstören konnten. Die Notbrücke war von der deutschen Genie aus dicken Baumstämmen errichtet worden und für maximal acht Tonnen berechnet. De Loisy’s Sherman-Panzer jedoch wogen 32 Tonnen. Nach de Loisy’s Avantgarde folgten rund 1000 Panzer und schwere Transportfahrzeuge der 1. Armee, die die Brücke unversehrt überquerten…



Das Durchschneiden des Trikolorebandes des «Pont Lieutenant Jean de Loisy»: Der Anlass war deren Renovation und die Erneuerung der Strasse des 19. Novembers. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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