Elsass - Kultur

Artikel vom 02.09.2009

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Nachruf

Profasser Flascheputzer hat die Feder abgelegt

Ein «letzter Mohikaner» des elsässischen Theaters ist tot: Freddy Willenbucher, Autor und Kolumnist im Melhüser Idiom sowie grandioser Herren-Owe-Texter, starb 87-jährig und hinterlässt eine kaum mehr auffüllbare Lücke

Von Jürg-Peter Lienhard



Freddy Willenbucher vor seinem Porträt, das der grossartige elsässische Karikaturist Jean-François Mattauer von ihm angefertigt hat. Wer den «Willebuecher» kannte, attestiert dem Karikaturisten, dass Freddy auf dem Gemälde dem «realen» fast noch näher kommt, als er hier «fleischlich» auf der Foto leicht entstellt durch das Grinsen ausschaut… Foto abgekupfert vom clakmagazine, clakzundgo.com, freundliche Erlaubnis als selbstverständlich angenommen…


Seine Kolumnen in der süd-elsässischen Tageszeitung l’Alsace hiess «Profasser Flascheputzer» - ein sinniger Name für eine Elsässer «Witzknubba», denn nur zu oft kommt der elsässische Witz buchstäblich aus der Flasche… Doch war für Freddy Willenbucher die Realität wie so oft anders, als es das Vorurteil haben möchte: Seine mehr als 1500 Kolumnen enthielten oft sehr nüchterne Beobachtungen der elsässischen Wirklichkeit, weshalb sie der Autor mitunter gar nicht humorvoll niederschreiben konnte.

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Artikel vom 16.05.2009

Elsass - Kultur

Mit Fotoreportage am Schluss

Ein Spiegel der frankophonen Literatur

An der Eröffnung des 26. Jahrgangs der Buchmesse «Foire du Livre» in St-Louis (bis Sonntag, 17. Mai 2009, 18 Uhr) signierten viele der rund 300 vertretenen Autoren ihre neusten Werke persönlich

Von Jürg-Peter Lienhard



Bürgermeister Jean Ueberschlag ist Literaturkenner und Gründer der Buchmesse: Am Rednerpult an der offiziellen Eröffnung mit dem Ehrengast und Romancier Maurice Denuzière (links hinten) und dem Verleger und Messepräsidenten, Claude Durand. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Bei der offiziellen Eröffnung der Buchmesse Saint-Louis am Freitag, 15. Mai 2009, wurde wieder mal klar, wie eisern der sprachliche Vorhang zwischen den beiden aneinandergewachsenen Städten St-Louis und Basel ist: Die Veranstaltung ist rein französisch - sieht man mal von den beiden Ständen «Heimetsprooch» und «L'Alsacien est un atout pour votre enfant» ab. Und gleichwohl sind elsässische Autoren und ihre bemerkenswerten Bücher sehr zahlreich: Sogar der (nicht-elsässische) Ehrengast Maurice Denuzière, alt Chefreporter beim klassischen französischen Weltblatt «Le Monde», signierte seinen jüngsten Roman mit dem Titel «L'Alsacienne».




Wirkt stets improvisiert, dafür ist sie effizient und hat immerhin 26 Jahre überlebt: Wichtig ist, was angeboten wird, und nicht wie. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

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Artikel vom 07.01.2009

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Traduction en français à la fin (PDF)

Wo ist das?

Alain Joannis illustriert für das «Times Magazine» und den «New Yorker» - per Mac und Internet vom Sundgau aus…

Von Redaktion



Basler kennen Bangkok (Maisons de tolérance) besser als ihre nahe heimatliche Umgebung, obwohl man sie per Velo erkunden kann und dafür nicht umweltverschmutzend um den halben Erdball jetten muss. Wo also lungern Pluto und seine Kumpels im Elsass herum? Bild: Alain Joannis, Aspach © 2009


Bitte noch ein paar Zeilen Geduld bis zur Lösung des Bildrätsels: Der französische Künstler Alain Joannis aus Besançon wohnt zurzeit in Aspach im Sundgau bei unserem alten «Confrère» Claude Kayser, einem Journalisten der grossen Klasse und vom Schlage wie seinerzeit «-sten» in der Basler Zeitung. Er ist immer für Überraschungen gut, obwohl längst pensioniert - aber eben: schreibsüchtig… Von Claude Kayser werden sie künftig im webjournal.ch noch mehr lesen und erfahren. Hier aber vorab schon mal sein Bericht über seinen Mieter Alain Joannis, dessen Illustrationen weltweit gefragt sind.

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Artikel vom 12.12.2008

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Freudenrausch statt Kaufrausch

Das kann einem verleiden und ist einem beinahe schon jetzt: Jedes Jahr werden allenorten die Giggernillis-Weihnachtsmärkte grösser und noch langweiliger

Von Jürg-Peter Lienhard



Zuoberst am Eiszapfenlichter-Baum leuchtet nicht der «Stern von Bethlehem», sondern der (Voll-)Mond - aber der ist echt! Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2008


Das «christliche» Weihnachstfest steht dieses Jahr unter einem sehr unchristlichen Stern: Demjenigen des gigantischen, gnadenlosen Egoismus und des längst entlarvten Kapitalismus! Nie war Besinnung so nötig wie jetzt, aber selbst auf den Weihnächtsmärkten wird spekuliert - auf den Kaufrausch! Nur weg aus dieser verlogenen Umgebung, auch wenns nur ein Abend lang ist. Aber wohin?

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Artikel vom 09.11.2008

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Claude Vigées Stunde

Der multikulturelle Poet sprach aus Anlass des Erscheines seiner umfassenden Anthologie «Mon Heure sur la Terre» in Mulhouse vor eindrücklich zahlreichem Publikum

Von Jürg-Peter Lienhard



Multikultureller Elsässer mit gobaler Weitsicht: Claude Vigée, grossartiger Erzähler, Poet und analytischer Beobachter der Gesellschaft, an seiner Lesung in der Mülhauser «Société Industrielle» (SIM). Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2008


Der französische Schriftsteller Claude Vigée (87) hielt am Mittwoch, 5. Oktober 2008, in der altehrwürdigen Société Industrielle (SIM) von Mulhouse (Elsass) vor grossem Publikum eine Lesung und Vortrag über seinen Lebenslauf. Der höchst agile Poet beobachtet die abendländische Gesellschaft mit einem analytischen Auge, das er zumeist unfreiwillig im Durchgang seiner verschiedenen Heimaten im Abend- und Morgenland geschärft hatte. Seine Gedichte und Erzählungen sind daher von grösster politischer Brisanz, wenngleich sie auch im Gewand des individualistischen Poeten gekleidet sind.



Im Elsass und auch anderswo nicht selbstverständlich, wenn es um Poesie geht: Der beinahe voll besetzte Vortragssaal und ein ungeteilt aufmerksames Publikum. Foto J.-P. Lienhard, Basel © 2008

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Artikel vom 04.11.2008

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Brahms im Zeichen des Dichters

Konzert, Ausstellung, Lesung und Anthologie zum 100. Geburtstag von Paul-Georges Koch in St-Louis

Von Redaktion



Dichtete auf Hochdeutsch: Pfarrer Paul-Georges Koch aus dem elässischen Vogesenstädtchen Münster. Foto zVg Jean-Christophe Meyer, St-Louis © 2008

Der elsässische Dichter, Pfarrer und Organist, Paul-Georges Koch, wäre dieses Jahr 100 geworden. Der im Geist Rilke nahestehende Lyriker gilt als einer der bedeutendsten Dichter des Elsass in Hochdeutscher Sprache. Mit einem Orgel-Rezital und der zweisprachigen Lesung von Gedichten Kochs am Freitag, 7. November 2008, will der «Cercle Paul-Georges Koch» den Gedenktag begehen und mit einer Ausstellung am Wochenende vom 8. und 9. November 2008 die Erinnerung wachhalten.

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Artikel vom 17.10.2008

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's Härbschtfyr

Fotoserie der brennenden Wälder und Gedichte zum Herbst von Nathan Katz und Paul-Georges Koch

Von Jürg-Peter Lienhard



Blick von der «Challhöchi» bei Metzerlen in den Sundgau.


Der Oktober 2008 beschert uns wiederum einen prächtigen Herbst mit beinahe sommerlichen 20 Grad am Tag. Ein Grund mehr, die Wanderschuhe anzuschnallen um sich zum Beispiel in den Sundgau aufzumachen. Da brennen die Wälder bis in die Häuser hinein in den prächtigsten Farben. Gucken Sie sich die folgenden Herbstbilder an und erfreuen Sie sich an den Herbst-Gedichten der beiden Sundgauer Dichter Nathan Katz und Paul-Georges Koch. Alle Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2008




Einsame Herbst-Wanderin auf dem Gempenstollen.

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Artikel vom 26.06.2008

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Mit Fotostrecke

Thann feiert Tannenverbrennen

Am Montag, 30. Juni 2008, wird im schmucken Vogesenstädtchen Thann das traditionsreiche Tannenverbrennen gefeiert

Von Redaktion



Stehen jeweils schon am Morgen des 30. Juni bereit: Die umgekehrten Tannen-Pyramiden für das Fest der drei Tannen in Thann. Sie werden jeweils auf dem früheren Friedhof vor der Stiftskirche aufgestellt - heute ist es ein Parkplatz… Foto zVg OdT, Thann


Die minnesängerische Dichtung zur Sagengestalt Tannhäuser, die in die gleichnamige Oper Wagners eingeflossen ist, hat mit der Legende des Vogesenstädtchens Thann nur den mysteriösen Pilgerstab gemeinsam. Thann feiert auch im Jahr 2008, wie stets am 30. Juni, mit einem beeindruckenden «Drei-Tannen-Verbrennen»-Fest die Nacht, an dem vor bald 900 Jahren angeblich drei Flammen über dem Ort am Himmel erschienen sind - französisch heute «les trois sapins» genannt.



Das Feinste der drei Regio-Münster Strassburg, Freiburg und Thann bekam seinen feinen Turm vom Basler Remigius Faesch. Auf dem Brunnen links Bischof Theobaldus, nach dem das Münster genannt wird. Foto J.-P. Lienhard, Basel © 2008

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Artikel vom 26.06.2008

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Aktualisiert mit Fotoreportage vom 28. Juni 2008

Die Traumweber vom Schlossberg

Eine Zeitreise ins 17. Jahrhundert versprechen die Darsteller «Les Tailleurs de Rêve» von Kruth-Wildenstein in den Hochvogesen an den Wochenenden vom 28./29. Juni und 16./17 August 2008 von 14 bis 18 Uhr

Von Redaktion



Von Szene zu Szene wandern und sich direkt ins 17. Jahrhundert begeben, wo man die Geschichte des Schlossbergs ob dem Wildensteiner See erlebt: Veranstaltungs-Plakat für die Darstellungstage 28./29. Juni und 16./17. August zwischen 14 und 18 Uhr.


Was tun, wenn jetzt die Euro 08 - endlich - zu Ende ist, wo sich erholen von den Strapazen am Bildschirm? webjournal.ch gibt Ihnen einen buchstäblich heissen Tip: Die Wanderung mit den Darstellern von «Les Tailleurs de Rêve» am wildromantischen See von Kruth-Wildenstein ist Theaterspektakel, Geschichtskunde und fröhliches Erlebnis in einem. Und das Beste daran: Man kann mit dem Zug hin und zurück fahren, denn zu den «Vorstellungen» können Sie zwischen 14 und 18 Uhr dazustossen, wann Sie wollen: Der Rundgang dauert zirka zwei Stunden. Zeit genug, um den letzten Zug nach Mulhouse und von dort nach Basel rechtzeitig zu erwischen.



Die Mädchen auf dem Schlossberg hatten darum so weite und lange Röcke bis auf den Boden, weil sich darunter so manche Flasche Elsässer verstecken liess - oder etwa nicht? Die Wahrheit erfährt man auf der Wanderung, wenn man sich 2 Stunden oder weniger Zeit nehmen will… Foto: Marbach-et-Schwebel, St-Amarin © 2008

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Artikel vom 20.06.2008

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Jetzt brennen wieder die «Fackeln»

Am Samstag, 21. Juni 2008, ist der längste Tag des Jahres, der im Tal von Saint-Amarin stets mit dem Abbrennen des Johannisfeuer begangen wird - bis Samstag, 28. Juni

Von Redaktion



Weithin sichtbar im Tal: Die «Fackeln»-Johannisfeuer vom 21. und 28. Juni 2008


Der Sommer hat ja noch gar nicht angefangen - und schon wird es täglich wieder dunkler! Der 21. Juni gilt als Tag der «Sonnenwende», der Tag- und Nachtgleiche. Mit dem Abbrennen von bis zu 20 Meter hohen «Fackeln» an den beiden Samstagen vom 21. und 28. Juni 2008 begeht das Tal von Sankt Amarin in den Hochvogesen einen Brauch, dessen Wurzeln bis in vorchristliche Zeit reichen.




Der Reihentanz rund um das Johannisfeuer war früher Brauch bei den unverheirateten Mädchen - heute ist es Spass für das Publikum. Fotogravur nach einem Gemälde von Jules Breton. © culture.gouv.fr

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