Im Fokus der Autoren - J.-P. Lienhards Lupe

Artikel vom 18.10.2009

J.-P. Lienhards Lupe

Mit Antwort von Bundesrätin Widmer

Unerbittliche unchristliche Prinzipienreiterei

Das Schweizer Strafrecht kennt zwei Rechtswohltaten, die von aufgeklärten Gesetzesautoren schon im 19. Jahrhundert formuliert worden waren

Von Jürg-Peter Lienhard



Bundespräsdient Leon Schlumpf, der Vater von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, tat 1984 genau das, was seine Tochter im Falle Polanskis «Gleichbehandlung» nennt: Er schüttelte einem gesuchten Wirtschaftskriminellen offenherzig lachend die Hand - statt ihn nach Frankreich auszuliefern! Dabei ging es bei dem Kriminellen hier um Millionen-Unterschlagung, die Tausenden von Arbeitern die Stelle und die Existenz kostete - manchen sogar das Leben! Archiv J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Wenn jemand Jurisprudenz studiert, sogar mit einem Hochschuldiplom abschliesst, dann muss er zwangsläufig den Begriff «Rechtswohltat» kennengelernt haben. Sonst ist er oder sie ein miserabler Jurist/Juristin. Auch wenn er/sie beispielsweise Frau Widmer heisst und Vorsteherin des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartments ist.

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Artikel vom 04.05.2009

J.-P. Lienhards Lupe

Rauchverbot - Toleranz?

Unsere Gesellschaft ist eine «ungehorsame» - und das ist absolut recht so, denn wir sind keine Untertanen (mehr) - aber sind wir aufgeklärt?

Von Jürg-Peter Lienhard



Bild ohne Worte. Die Zigaretten hat jemand bei mir vergessen; sie sind 3 Jahre alt. Der Totenschädel ist 623 Jahre alt; er gehörte einem Mann, der aber weder am Rauchen noch an einem Hundebandwurm starb, sondern an einem kräftigen Hieb von einem Morgenstern - wahrscheinlich von einem eidgenössischen… Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Die Anthropologin Lucia Bürli vom Basler Naturhistorischen Museum fand an einem 700 Jahre alten Skelett aus dem Friedhof der Barfüsserkirche (heute das historische Museum der Stadt) einen «wachteleigrossen» Kalkknollen, eine von einem Hundebandwurm erzeugte Zyste. Noch heute können Menschen in unserer Gesellschaft von Bandwürmern befallen werden und darauf an «Auszehrung» erkranken, weil sie einen streunenden Hund besitzen oder Beefsteak Tartar schlemmen. Doch diese Risiken des menschlichen Lebens haben sich heutzutage wesentlich vermindert. Nicht aber jene des Rauchens. Was ein Bandwurm und eine Zigarette gemeinsam haben, können Sie nachfolgenden Überlegungen entnehmen.

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Artikel vom 28.03.2009

J.-P. Lienhards Lupe

MIT LESERBRIEFE

Migros schafft Preisetiketten ab

Aus Konsumentensicht gibt es ein Für und Wider, aus Sicht der Generaldirektion nur ein Wider

Von Jürg-Peter Lienhard



Unter «M-Classic» gelangen bald mit neuer Verpackung sogenannte «klassische» Migros-Produkte in den Verkauf - ohne Preisanschrift, weil sonst bei Preisaufschlägen die alten Verpackungen vernichtet werden müssen - sagt die Migros.


Jetzt werden auch in der Migros die Preise auf den Produkten nicht mehr angeschrieben: Die Migros-Delegierten haben am Samstag, 28. März 2009, mit grossem Mehr (84 Ja, 10 Nein, 7 Enthaltungen) dem entsprechenden Antrag der Verwaltung des Migros Genossenschaft-Bundes zugestimmt. Somit sollen die Preise in den kommenden zwei Jahren nur noch an den Verkaufsregalen angeschrieben sein.

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Artikel vom 18.01.2009

J.-P. Lienhards Lupe

L'Appel de Strasbourg en annexe

Friedliche Wut-Demo in Mulhouse

Der Aufruf der religiösen und politischen Notabeln von Strassburg zu gegenseitigem Respekt wurde zwar wahrgenommen, aber die Parolen waren voller Wut

Von Jürg-Peter Lienhard



Dem Demo-Aufruf linker und muselmanischer Organisationen folgten erneut 3000 Personen. Alle Fotos: Pierre Dolivet, Mulhouse © 2009


Erneut folgten am Samstag, 17. Januar 2008, in Mulhouse mehrheitlich Muselmanen einem Demo-Aufruf linker und religiös-fundamentalistischer Organisationen. Beobachter schätzten die Teilnehmer auf rund 3000 Personen, mehrheitlich Muselmanen, und streckenweise herrschte das Bild einer «Kopftuch-Demo» vor. Noch konnten die Organisatoren die «Allah-Akhbar»-Spontis unter Kontrolle halten - aber es kam dennoch zu Israel-Fahnenverbrennungen.

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Artikel vom 29.10.2008

J.-P. Lienhards Lupe

Fotoreportage J.-P. Lienhard, Basel © 2008

Der Dichterwaj ist keine Waje

Liegen uns Deutschweizern unsere Muttersprachen am Herzen, so müssen wir verstehen lernen, wie man sie uns heimlich klaut - und das können wir im Elsass lernen

Von Jürg-Peter Lienhard



Start des «Dichterwaj» in Münster: Maire Dischinger mit dem «Bändelà», der Trikolore, beim Durchschneiden des «Bändelà» an der Einweihungs-Zeremonie im Hartmann-Park von Münster. Links von ihm Yves Bisch von Sierentz, Herausgeber von Alsatica; rechts neben dem Maire Edgar Zeidler mit Sonnenbrille, Initiant des «Dichterwaj», und in der roten Windjacke Albert Heinrich vom Club Vosgien de Munster. Alle Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2008


Schon immer war das Elsass für mich ein Fenster in die Vergangenheit, wohindurch ich deutlich sehen konnte, wohin es bei uns hingegangen und hingeht: Äusserlich mit der Hauslandschaft und «innerlich» mit der Gesellschaft. So auch die Sprache, die nicht nur mit dem Wandel der Gesellschaft sich wandelt, sondern die Gesellschaft zu wandeln imstande ist, wie uns das Aussterben der elsässischen Sprache vor Augen führen könnte. Eindrücke und Reflextionen von der Einweihung des «Dichterwaj» im Hochvogesental Münster am Sonntag, 19. Oktober 2008.

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Artikel vom 20.10.2008

Im Fokus der Autoren

Pleite-Banker verkleiden sich…

Pleitiers- und Abzocker erkennt man an der Krawatte und dem teuren Tuch ihres Anzugs

Von Jürg-Peter Lienhard



Schlecht getarnter Boni-Abzocker: Lebensgefahr für jeden ehrlich arbeitenden Mistkübelmann!


Vorsicht, liebe Müll- und Mistkübel-Männer von der öffentlichen Abfuhr: Euer vornehmes Ansehen als Diener der Gesellschaft und der Volksgesundheit ist in Gefahr! Nein, viel schlimmer noch: Euer eigenes Leben ist in Gefahr! Euer leuchtendoranges Überkleid wurde extra für Eure Sicherheit und zum Schutz für Euer Leben in diesen Schockfarben geschneidert. Jetzt aber ist Euer Überkleid, zumal je schmutziger, desto wirksamer, Zielscheibe meuchelmörderischer Angriffe des Mobs, des Pöbels und der scheinheiligen Moralisten, von denen es in unserer Nation nur so wimmelt! Lesen Sie die Gründe hier weiter…

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Artikel vom 21.09.2008

J.-P. Lienhards Lupe

Glosse zum kommenden Vortrag der Alliance Française de Bâle vom 25. September 2008 in St-Louis

Sie raubten ihm noch die Unterhose…

Einige ungewöhnliche Gedanken vorab zum Vortrag über Karl der Kühne in St-Louis vom 25. September 2008 (siehe französischer Veranstaltungshinweis am Schluss)

Von Jürg-Peter Lienhard



Es gibt nichts Neues unter der Sonne: Schon Karl der Kühne trug im 15. Jahrhundert spitze Schlappen, so wie die Dandies gegenwärtig. Und «Charles le téméraire» war sowieso ein Dandy, aber ein hochgebildeter und kultivierter dazu…


Ende August 2008 ist im Historischen Museum zu Bern eine grossartige Ausstellung über den Burgunder-Fürsten Karl der Kühne zu Ende gegangen. Wer in der Schweiz zur Schule ging, dem mag noch gut in Erinnerung sein, dass Karl der Kühne aus Schweizer Sicht propagandistisch als Böser Bube gezeichnet wird, dem die wackeren und souverän überlegenen Eidgenossen so richtig die Hosen stramm zogen: «Bei Grandson den Mut, bei Murten das Gut und bei Nancy das Blut». Nur sind solche Bonmots eben auf nationalistischer Sicht oder Mist gewachsen, was eben alles ausblendet, das den weiteren geschichtlichen Zusammenhang ausmacht.



Schöner Plunder, wie die Elässer ohne Skrupel noch heute den Kleidern sagen, trug der Burgunderfürst in der Zeit, als die Eidgenossen schon damals berüchtigt für ihre schäbige Lumpenbekleidung waren… Fotos: Historisches Museum Bern, Bern © 2008

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Artikel vom 25.07.2008

J.-P. Lienhards Lupe

Sommerglosse

Unalltägliches im Neubad

Etwas höchst Ungewöhnliches ereignete sich am Freitag, 25. Juli 2008, in diesem sehr, sehr typisch schweizerischen Quartier

Von Jürg-Peter Lienhard



Der Drehorgelmann muss sich wohl verirrt haben: Aber seine vielen netten (und spendenfreudigen) Zuhörer freuts erst recht. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2008


Wer im Neubadquartier bei offenem Fenster hustet, muss sich nicht wundern, wenn die Polente anmarschiert! Daher: was war denn das für ein «Lärm», an diesem Freitag, dem 25. Juli 2008, der so plötzlich im späten Vormittag im Basler Neubadquartier so unbekümmert erscholl? Hat der liebe Nachbar seine Stereoanlage wieder mal aufgedreht? Doch es war kein Popprock-Rockpopp-Tschumm-Tschumm - nein, es war «Der kleine Gardeoffizier - Adieu, adieu…», ohne Gesang, aber ich kenne Text und Melodie, die von Robert Stolz stammt und in den 30er-Jahren ein Hit war: Ein Drehorgelmann mit Strohhut hatte sich offenbar in unser Quartier verirrt… Immerhin klimperten ein paar Münzen auf den Asphalt!

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Artikel vom 13.05.2008

J.-P. Lienhards Lupe

Zum Tod von Paul Haeberlin

Dem grossen Patron der elsässisch-französischen Küche, dem Meisterkoch mit dem reinen Herzen und begnadeten Künstler des Geschmackssinns, Paul Haeberlin von der Auberge de l'Ill im Elsass (3 Michelin-Sterne), zur Erinnerung

Von Jürg-Peter Lienhard



Menükarte für das Bankett an der Ordensverleihung vom 21. Januar 1987 mit einem Aquarell von Pierre Haeberlin: Blick auf die Ill und auf Illhäusern.


Als am 21. Januar 1987 der französische Staatspräsident Valéry Giscard d‘Estaing in Illhäusern Paul Haeberlin den Orden eines «Officier dans l‘Ordre National du Mérite» verlieh, lag Schnee auf den Ästen der mächtigen Trauerweide vor der Auberge de l‘Ill - und es war ein Freudentag für die ganze Familie. Die Trauerweide vor der Herberge trug am Samstagmorgen, 10. Mai 2008, schon ein grünes Kleid, als Paul Haeberlin im Kreise seiner Angehörigen friedlich entschlief. Ein Blick in die Dokumente, die ich von der Ordensverleihung aufbewahrt habe, mag einen grossen Moment erhellen, auch wenn er dem Leben des Verstorbenen keine umfassende Würdigung geben kann.

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Artikel vom 06.03.2008

J.-P. Lienhards Lupe

Französische Kulturwoche 2008

Französisch ist Kultur

Ansichten zur Woche der Frankophonie

Von Jürg-Peter Lienhard




Wenn wir Basler - völlig zu Recht - unsere elsässischen
Nachbarn kritisieren, weil sie ihre wunderschöne
elsässisch-alemannische Sprache verleugnet und
zerstört haben, so ist es für uns Basler gleichwohl
wichtig, dass wir uns mit der Sprache unseres grossen
Nachbarlandes Frankreich «fit» halten.

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