Artikel vom 20.03.2008

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Elsass - Allgemeines

Ausflugsvorschlag mit Foto-Appetizer

Moder-Fahrt

Eine Reise für Dampfloki-Fans nach Strassburg für 22 €uros am Samstag, 5. April 2008, mit Besichtigung des supermodernen Trams

Von Redaktion



Robert Frauli im originalgetreu nachgebauten Führerstand einer Dampfloki in seinem Modell-Museum in Obermodern. Foto zVg.


Das ist «Musik» für die Ohren der Freunde von Dampflokomotiven und des Trams: Im Hanauerland in Obermodern im Nordelsass dampfen rund 40 Replika-Lokis aus der gloriosen Dampf-Epoche von 1839 bis 1974. Die elsässischen Eisenbahnfreunde «ProBahn-Tourismus» bieten Gelegenheit, diese kostbaren Zeugen des Schienenverkehrs mit einer Reise ins Tal der Moder «live» zu erleben und zuvor das Strassburger Tram kennenzulernen.



Die Strassburger «Tatzelwürmer» fahren auf Normalspur und haben alle durchgehend Niederflur-Einstiege. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2008 - mehr Fotos am Schluss dieses Artikels.

René Steiner ist der Präsident der «Association pour la Promotion du Tourisme Ferroviaire» (ProTourFer) und ein komplett «angefressener» Eisenbähnler. Er ist aber nicht nur ein «Nostalgiker», sondern sehr bewandert auch in der zeitgenössischen Thematik des öffentlichen Schienenverkehrs. Da hat er zwar im Elsass einen schweren Stand, denn noch wird von der Politik das Individual-Vehikel favorisiert und dafür stets neue Autobahnstrecken geplant.

Doch Strassburg zuerst und Mulhouse danach, haben zumindest für den städtischen Individualverkehr das Steuer herumgerissen, herumreissen müssen, hätte ihnen nicht der Erstickungstod gedroht. Strassburg hat ein Tramliniennetz eingeführt, das in den 90er-Jahren als eines der modernsten weltweit galt, und Mulhouse hat vor nicht ganz zwei Jahren ein hochmodernes Tram in Betrieb genommen - und konnte von den Fehlern und Erfahrungen von Strassburg profitieren.

Die vom perfekt Elsässisch sprechenden René Steiner geführte Reise ins Moder-Tal ob Strassburg ist eine Tagesreise ab Basel-SNCF - Abfahrt 7.18 Uhr, Rückkunft in Basel SNCF 21.09 Uhr. Sie führt per Bahn nach Obermodern, wo Robert Frauli den Dampfhahn seines Dampfmuseums in den Händen hält. Zusammen mit etwa 20 weiteren Freiwilligen hat er Dampf-«Legenden» aus den Epochen 1839 bis 1974 in den Masstäben 1:5 bis 1:20 nachgebaut - und sie dampfen und zischen und fahren!

In seiner privaten Sammlung, die einzigartig in unserer Regio und in Ost-Frankreich ist, hat er auch einen Führerstand einer Dampflokomotive in Originalgrösse nachgebaut. Zu sehen - und zu hören - sind auch Bahnhofs-Glocken sowie ein originalgetreu nachgebildetes Dampflokomotiven-Depot. Ein Augenschmaus für Liebhaber von Modelleisenbahnen - mit dem Unterschied allerdings, dass die Anlage dampft…

Das Programm vom Samstag, 5. April 2008

• Besammlung Bahnhof Basel SNCF zirka 7 Uhr bei den Billettautomaten vor dem Zoll
• Abfahrt Basel-SBB 07.18 Uhr
• Abfahrt St-Louis 07.26 Uhr
• Abfahrt Mulhouse-Ville 07.42 Uhr
• Ankunft Strasbourg-Ville 08.38 Uhr
• Besichtigung des Strassburger Tramnetzes unter Führung von Damien Senger vom Forum «Öffentlicher Verkehr Elsass»
• Fahrt nach Obermodern und
• Mittagessen mit typisch elsässischen Gerichten im Restaurant «Ernenwein»
• Besichtigung der Dampfloki-Sammlung von Robert Frauli
• Rückfahrt und Ankunft in Basel-SBB 21.09 Uhr

Kosten

• 22 €uro für das Bahnbillett ab Basel-SNCF inkl. Führung in Strassburg und Eintritt ins Loki-Museum von Obermodern. Der Betrag ist in €uro vor der Abfahrt an René Steiner bar zu entrichten. Achtung: Die Bahnhof-Wechselstube ist um diese Zeit noch nicht geöffnet!
• Mittagessen aus dem Rucksack oder im Restaurant Ernenwein von Obermodern von 24 bis 40 €uro pro Person (individuelle Bestellung) plus Getränke

Anmeldung

Es hat genügend Plätze im Zug. Die Anmeldung ist aber zu Empfehlen und zu richten bis Freitag, 4. April, mittags, an

René Alfred Steiner
von Basel Tel.: 0033 950 218 189
in Frankreich Tél.: 0033 0 950 218 189
eMail: renealfred.steiner@free.fr
oder
facsunecto.al@free.fr

Oder kommen Sie einfach am Samstag, 5. April 2008, um 7 Uhr zum Treffpunkt beim Zoll am Elsässer-Bahnhof Basel SNCF - Billett und Führungskosten von 22 €uro können Sie dann direkt Herrn Steiner bezahlen, ohne sich um das Billett kümmern zu müssen.


Sie können sich auch anmelden oder weitere Informationen erhalten bei der Redaktion von webjournal.ch. Tel. 061-303 11 85 oder per Mail an: info@webjournal.ch


Was erwartet Sie in Strassburg und Obermodern?

Fotostrecke von J.-P. Lienhard, Basel © 2008




Das ist etwa kein Zepplin-Landeplatz, sondern der neue und gläserne Vorbau am Strassburger Hauptbahnhof…




Und so sieht es im Innern der «Zigarre» aus - eine imposante Architektur und ausgesprochen gewagte «Hochzeit» zweier komplett inkompatibler Stile: deutsche Gründer-Architektur mit (geflickten) Einschüssen aus dem letzten Weltkrieg und französische Gegenwarts-Architektur…




Es heisst unterirdisch am Bahnhof Platz nehmen in einem der supermodernen Strassburger «Combinos», die allerdings nie wegen gravierender Mängel wie die in Basel aus dem Verkehr gezogen werden mussten…




Die jugendlichen Strassburger unterscheiden sich in nichts von ihren Basler Altersgenossen, wenn sie Tram fahren…



Was man so alles aus dem Tramfenster sieht…




Dieser Obdachlose gehört zum Stadtbild wie seinerzeit in Basel der «Blueme-Fritz»: Seit Jahr und Tag ist dieses Original vor dem reformierten Gemeindehaus geduldet - obs Katzen hagelt oder obs schneit, er sitzt immer dort inmitten seiner vielen Plastik-Guggen…





Das repräsentative «Hôtel de ville» auf dem Platz Brogli, «Breuil» wie die Strassburger ihn in ihrem Dialekt aussprechen.




Wer schon mal einen «Trojaner» auf seine Festplatte hereingelassen hat, kann zurzeit vor dem Strassburger Theater einen in «Originalgrösse» bestaunen. Gefahrlos übrigens…




Hier in diesem Haus des Bürgermeisters Frédéric de Dietrich an der Zimmermannsgasse 17 ist zwar nicht die Mayonnaise erfunden, aber die Marseillaise zum ersten mal von Claude Joseph Rouget de Lisle vorgetragen worden, wie der Stadthistoriker Claude Betzinger herausgefunden hat (siehe nächstes Bild).




Hier sieht man den Historiker Betzinger unter der fälschlich angebrachten Plakette (oben) am Gebäude der Banque de France am Brogli-Platz, wo die Marseillaise eben nicht zum ersten mal erscholl - weil es dieses Haus damals noch gar nicht gab… Die untere Plakette bezeichnet den Ort als Geburtsstätte des Atlas-Geografen, Sprachforschers, Kolonial-Offiziers und religiösen Eiferers Charles de Foucauld.




Das ist ganz charmant: In der Strassburger Altstadt sind die Gassen und Gässlein zweisprachig mit den alten Bezeichnungen angeschrieben. Da wohnte wohl eine mit Haaren auf den Zähnen, die dieser Gasse den Namen gab?




Und vorbei geht die Fahrt am Janus-Brunnen, den der berühmte Strassburger Künstler Tomi Ungerer zur 2000-Jahrfeier der Gründung Strassburgs geschaffen hat.




Tramstation und Kreuzungspunkt Kaiserplatz, der heute Place de la République heisst, aber eben geprägt ist von den mächtigen Gebäuden aus der deutschen Kaiserzeit, die National-Bibliothek, Opera und städtische Verwaltungen beherbergen.




Die Gebäude des Europaparlamentes am Ill-Kanal: Die Architektur ist kühn und zeigt eine Seite Strassburgs, die echt «von Welt» ist.




Nach der ausführlichen Besichtigung der Strassburger Verkehrsbetriebe und der Stadtrundfahrt, geht es per Zug weiter ins Moder-Tal zum Dampfloki-Museum - hier das Eingangsschild. (Diese und die folgenden Fotos: zVg.)




Eines der rund 40 Modelle im Museum, die Robert Frauli für unseren Besuch auch heizen wird.




Und das ist ein Teil der Modellanlage der Dampfeisenbahn.




So lieblich liegt das Moder-Tal und Obermoderen in der Landschaft in Strassburgs Norden: Wenn das nicht auch ein Grund ist, am Ausflug teilzunehmen?

Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Menükarte Restaurant Ernenwein in Obermodern

• Homepage Obermodern und Lokimuseum

• Homepage öffentlicher Verkehr Elsass

• Homepage des Vereins touristischer Eisenbahnen


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