Artikel vom 02.03.2008

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Elsass - Wirtschaft

Gastronomie-Tempel buchstabiert zurück

Das Traditionshaus Jenny in Hagenthal-le-Bas hat am Samstag, 1. März 2008, mit der Haute-Gastronomie aufgehört und will künftig wieder Ausflugsbeiz werden

Von Jürg-Peter Lienhard



Mit dem Velo von Hegenheim aus gehts zum «Jenny» gemeinerweise dreiviertel Stunden steil bergauf, aber wieder zurück bergab nur 5 Minuten! Immerhin kann man von Allschwil mit dem Bus bis Schönenbuch fahren und von dort kaum fünf Minuten zu Fuss hinspazieren…


Das Restaurant-Hotel Jenny in Hagenthal-le-Bas war in der Vergangenheit die Elsässer Beiz in Basels Spaziergang- und Velonähe. Mit ihrer Beliebtheit wuchs auch das Haus von der währschaften Tafel zur Edelbeiz mit Hotel und Tagungsräumen. Der Teuro wirkte in den letzten Jahren als Bremse, weshalb sich die Besitzerin Monique Koehl entschlossen hat, das Steuer herumzureissen und wieder dort zu beginnen, wo ihr Vater François, der Luis de Funès bis aufs (fehlende) Haar glich, vor fünzig Jahren angefangen hatte: Seit Samstag, 1. März 2008, ist Schluss mit der Edelgastronomie - von nun an kann man sich zu bescheideneren Preisen an den wiederentdeckten Stammtisch setzen.

Ausschlaggebend für die Rückkehr zu bescheidener Tafel war der Abgang von Emanuel Lambelin, der einen stolzen Michelin-Stern (Prädikat: «hervorragend») an seiner langjährigen Wirkungsstätte in der «alten Schmiede/ancienne Forge» in Hagenthal-le-Haut zugesprochen bekam.

«Michelin-Sterne» Köche sind auch im Elsass nicht allzuhäufig gesät, und für Monique Koehl war der lange gereift Entschluss bald klar: Während das Restaurant auf die «table d‘hôte» zurückbuchstabiert und nun Menüs zwischen 20, 25 und 28 €uro sowie den traditionellen Münsterkäse - will sagen, die traditionellen collations (Zwischenmahlzeiten) -, bleibe das Hotel unverändert, erklärte Madame Koehl. Damit widersprach sie auch Gerüchten, dass das Hotel langfristig zu einer Altersresidenz umfunktioniert werde.

Das Hotel stehe vor einer Erweiterung von bisher 26 auf 30 Zimmer. Das Seminar- und Tagungs-Angebot mit Sälen zwischen 30 und 50 Plätzen bleibe bestehen und biete weiterhin auch die Bankett-Tafel, wie auch die Hotelgäste auf Restaurantions-Verpflegung zählen dürften.

Mit der «Table d‘hôte» sucht Madame Koehl wieder vermehrt Spaziergänger, Wanderer und Velo-Ausflügler aus der Region Basel anzulocken. Zumal das Restaurant-Hotel von der Busstation Schönenbuch des BLT-33ers beim Restaurant «Bad Schönenbuch» aus in einem knapp fünfminütigen Spaziergang bequem zu Fuss erreicht werden kann. Sofern eben die Gäste nicht grad sowieso Halt auf einer Wanderung in der Gegend machen wollen. Auch die Terrasse biete, was sie bis anhin geboten habe und sei gerüstet für die kommende wärmere Jahreszeit.

Von Jürg-Peter Lienhard


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