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Artikel vom 31.10.2007

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Basel - Allgemeines

Auch Elefanten feiern Geburtstag

Eine Torte mit 55 «Rüebli-Kerzlein» für eine berühmte Elefanten-Dame am Donnerstag, 1. November 2007, um 13 Uhr, im Basler Zolli

Von Redaktion



55 «Rüebli» auf der Torte von Ruaha. Rüebli sind gesund und wirken gegen Runzeln, die aber bei Ruaha angeboren sind… Foto der Geburtstagskuh: J.-P. Lienhard, Basel © 2007


Ausflugstipp für unsere Nachbarn, die am freien Feiertag Allerheiligen nach Basel zur Herbstmesse, zum Einkaufen und zum traditionellen Zoo-Besuch reisen (mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, selbstverständlich, denn in fast ganz Basel sind Plätze und Strassen wegen der «Mäss» gesperrt): Die Elfantenkuh Ruaha darf eine elefantöse Geburtstagsgtorte verspeisen - ein Fotosujet erster Güte!



Ankunft von Ruaha im Basler Zolli, als sie genau 1 Jahr alt war und wird begrüsst vom damaligen Zolli-Direktor Prof. Ernst Lang (rechts). Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt © 2007


Ruaha, so heisst die alte Dame, nach ihrer Heimat, einer Ebene in Tansania. Am 1. November 1952, also genau vor 55 Jahren, kam sie zusammen mit vier weiteren jungen Elefanten nach Basel.

Vom damaligen Zootierarzt und späteren Direktor Professor Ernst Lang waren die vier kleinen Rüsseltiere in Afrika gefangen und per Schiff und Zug in den Zolli gebracht worden.

Ruaha ist heute die weltweit älteste in einem Zoo lebende Afrikanische Elefantenkuh. Zur Feier des 55. Jahrestages ihrer Ankunft erhält Ruaha morgen, Donnerstag, um 13 Uhr eine Jubiläumstorte. Zoobesucherinnen und Zoobesucher sind herzlich eingeladen, ihr beim Elefantenhaus dabei die Ehre zu erweisen.

Während ihrer langen Zeit im Zoo Basel hat Ruaha an der Erfolgsgeschichte des Basler Zollis eindrücklich mitgeschrieben. Im März 1953 konnte sie zusammen mit ihren vier Kindheitsfreunden das neu erstellte Elefantenhaus mit Aussen-Anlage eröffnen. Die fünf Jungelefanten erhielten vom damaligen Pfleger Werner Behrens eine intensive Schulung.

Bald gehörten Elefantenspaziergänge im Allschwilerwald oder der Gang zum Wägen in die Markthalle ins alltägliche Stadtbild.

Ruaha, die als Kind eher scheu war, entwickelte in späteren Jahren eine starke Persönlichkeit und wurde zur unangefochtenen Chefin der Gruppe.

Ihre stabilisierende soziale Rolle ermöglichte dann in den Neunzigerjahren die Umstellung auf Freilaufhaltung.

In einem ersten Schritt wurde den Tieren während des Sommers nachts der Zugang zur Aussen-Anlage ermöglicht, später verzichtete man auch im Stall während des ganzen Jahres auf Ankettung. Heute werden die Tiere nur noch zur täglichen Pflegeroutine für zirka eine halbe Stunde an die Kette genommen.

Wie bei betagten Menschen auch, ist bei Ruaha das hohe Alter deutlich sichtbar. Der einst mächtige Körper ist etwas zusammengefallen und das Gesicht eingesunken. Die Greisin steht gerne etwas dösend abseits der Gruppe. Ruaha legt sich zum Schlafen nicht hin, sondern lehnt sich einfach an einen Baum und entlastet abwechslungsweise eines der Beine. Man schätzt, dass die alte Dame nun gegen zwanzig Jahre so stehend verbringen wird. Ruahas Runzeln allerdings sind kein Alterszeichen, sondern die Folge einer angeborenen Überproduktion der Hornschicht in der Haut.

Morgen, Donnerstag den 1. November um 13 Uhr, feiert der Zolli den 55. Jahrestag von Ruahas Ankunft. Ihre Jubiläumstorte wird aus einem grossen Ringbrot mit 55 «Rüebli» bestehen. «Es ist damit zu rechnen, dass sie von Ruaha nach Manier der Chefin allein verspeist wird», mutmasst der Zolli-Elefantenkurator.




Professor Ernst Lang (links), kurz vor seinem 90. Geburtstag am 16. Oktober 2003, im Zolli-Restaurant. Neben ihm der derzeitige Direktor des Zollis, Olivier Pagan. Den Geburtstag hat die grösste der Basler Zeitungen ignoriert, obwohl Lang über Jahre dem Zolli seinen Stempel aufgedrückt hat und ihn so berühmt gemacht hat, dass er noch heute davon profitiert - der Zoo! Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2007

Von Redaktion

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• Lesen Sie auch den Geburtstagsartikel für Prof. Lang


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