Artikel vom 01.10.2007

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Elsass - Wirtschaft

Gelungener Versuch

«Texti‘Val» nannte sich der 1. Markt für Naturtextilien im Park von Wesserling vom 28. bis 30. September 2007 und rüstet bereits zur nächsten Auflage im kommenden Jahr

Von Jürg-Peter Lienhard



Die jungen Modemacherinnen experimentieren schon einige Zeit mit Naturfasern, die nun mehr und mehr zum Trend werden. Ebenso trendig die Präsentation durch Frauen, die dem tatsächlichen Durchschnitt der allgemeinen Weiblichkeit entsprechen - also nicht dargestellt von abnormen «Models». Alle Fotos J.-P. Lienhard, Basel © 2007


Der Start ist vielversprechend und wieder mal so einer der Überraschungserfolge, an die man sich beim ideenreichen Direktor des Textilparkes von Husseren-Wesserling gewöhnen muss: Eric Jacob hat auf Naturfasern gesetzt - ein avantgardistischer Trend in der modernen Textilwelt. Seide, Mohair, Angora, reine Leinen, Flachs, Hanf, Filz oder «Peau-retournée»-Lederpelze - diese Naturfasern kommen wieder in der Mode.

François Tacquard, Abgeordneter der Grünen im oberelsässischen Parlament und politischer Förderer des Textilmuseums und des Parc de Wesserling, sagte an der Eröffnung von «Texti‘Val», dass auch bei der Bekleidung und im Textilen ein Umdenken im Naturbewusstsein stattgefunden hat: Die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz machen auch vor der Mode nicht halt. Daher sind voll im Trend sogenannte Naturfasern. Das sind Materialien, die schon immer für die Bekleidung der Menschen dienten, jedoch mehr und mehr mit Kunststoffasern gemischt oder ganz verdrängt werden.

Kunststoffasern, haben gerade Extrem- und Trekkingsportler erkannt, sind doch nicht der letzte aller Schreie aus den Hightech-Laboratorien. Noch immer ist Wolle unschlagbar was Wärmekonservierung und Tragekomfort angeht, noch immer ist Seide der Luxusstoff, an den keine chemische Appretur hinkommt, und Leder ist sowieso ein eigenes Kapitel. Das wissen gewitzte ältere Schweizer Soldaten besonders gut, zumal solche, die den Ceinturon um nichts gegen einen textilen aus Kunstoff je auswechseln würden. Vom wasserdichten Segeltuch-Rucksack schon ganz zu schweigen…



Hüte, zumal aus Filz, sind wieder in - nicht nur bei Damen, sondern auch bei jungen, kecken Frauen…


Eric Jacob, der Gründer des überaus erfolgreichen Patchwork-Festivals von Sainte-Marie-aux-Mines, will es jetzt auch in Husseren-Wesserling wissen und will mit «Texti‘Val» an den neuen Markt andocken. Das vom Textilen so traditionsreiche Sankt-Amarin-Tal soll in den künftigen Jahren wiederum als ein Zentrum für Textiles an Bedeutung gewinnen. Mit dem 1. Markt für Naturfasern vom 28. bis 30. September 2007 hat er doch bereits erfolgreich einen spannenden Versuch gewagt, diesen Markt auch in den nächsten Jahren abzuhalten und ihn - so verdächtige ich ihn - international anwachsen zu lassen!

Wer mit Wolle, Seide, Leinen, Filz und Pelzleder (keine Tierquälerpelze sind da gemeint) zu tun hat, der sollte sich den Ort und die kommenden Daten merken. Es ist nämlich erstaunlich, dass es überall irgendwo in Europa hervorragende Ateliers und Hersteller gibt, die sich mit Naturfasern beschäftigen und stets in die Mode einbringen. Diese Leader sind noch nicht alle geweckt und nach Husseren-Wesserling gelockt worden. Aber der Anfang ist gemacht. Dass es von Jahr zu Jahr mehr werden, glaube ich Eric Jacob aufs Wort - der Markt ist da, das Know-how nicht ganz verloren!




Naturgefärbte Fasern, die leuchten und ihre Leuchtkraft erhalten, sind sicher weniger Allergien verursachend und belasten die Umwelt eh geringer.




Wolle und Strickzeuge - das kommt ebenfalls wieder und kleidet top!




Grosse Tischkultur, mal etwas anderes als von Ikea - kostet auch mehr, aber ist dafür was wert!




Blick auf die Tafeltextilien und durch eines der Fenster in den Pavillon des Handwerks - eine grosse Halle mit vielen schönen Verkaufsräumen.

Von Jürg-Peter Lienhard


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