Artikel vom 28.09.2006

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Baden-Württemberg - Allgemeines

KOPIE des Artikels vom 29.12.2004

Illegale Ausfuhr von Sondermüll

Lug oder Trug: Ein Deutscher Chauffeur wollte Chemiedreck aus der Schweiz in Deutschland «entsorgen»

Von Jürg-Peter Lienhard



War es wohl der Santiglaus, oder wer, oder wie? Die als «leer» angemeldete Mulde mit ihrem stinkenden, giftigen Inhalt unter der hölzernen «Tarndecke» Foto: Polizei Basel


BASEL.- Der deutsche Zollbeamte hatte buchstäblich eine feine Nase: ein unverfänglich aussehender Muldentransporter, angeblich leer, stank derart zum Himmel, dass der Beamte näher hinschauen musste. Und siehe da: die Mulde war gar nicht leer. Aber was unter den zur Tarnung obenaufliegenden Abfall-Holzteilen lag, liess dem Beamten die Haare sträuben.

In der mit Abfallholz verdeckten Ladung blubberte eine undefinierbare Masse aus Metallschlamm - eindeutig auch für Laien als Sondermüll «riechbar». Der mit der Kontrolle «beglückte» deutsche Zöllner tat das einzig Richtige, und was sowieso zu seinem beruflichen Auftrag gehört: Er verständigte die Schweizer Kollegen. Diese riefen die Kantonspolizei Basel und die wiederum den Kantonschemiker.

Aufgrund dieser verdächtigen Ausgangslage wurden die Spezialisten der Kontrollstelle für Chemie und Biologie (KCB) bzw. des Amtes für Umwelt und Energie (AUE) von Basel beigezogen, welche feststellten, dass es sich bei dieser Ware eindeutig um Sondermüll handelte. Er bestand aus rund 7000 kg Metallschlamm, getränkt mit Lösungsmitteln. Auf Anordnung des AUE wurde der Sondermüll bei einer für Sonderabfälle spezialisierten Firma in der Schweiz fachgerecht entsorgt.



Fantasie hat der Mann ja - der deutsche Chemiemüll-Schmuggler in seinem deutschen LKW, was zu deutsch «Last-Kraftwagen» heisst… Foto Polizei Basel


Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Chauffeur offensichtlich einmal pro Monat in der Schweiz Schrott sammelt und diesen dann in Deutschland entsorgt. Die Herkunft des von den Schweizer Behörden beschlagnahmten Sondermülls konnte sich der Chauffeur angeblich «nicht erklären». Er gab an, dass «offensichtlich jemand illegal die Mulde, welche für kurze Zeit in einem Industriegebiet in Muttenz abgestellt war, beladen haben musste».

Wie er den stinkenden Widerspruch erklärt, dass er seinen Transport nach Deutschland als «leer» anmeldete, wird die Polizei bei der Untersuchung wohl mit Spannung vernehmen wollen. In der Chemiestadt Basel wird eben immer noch Chemiemüll ins Ausland exportiert und nicht selten illegal…

Von Jürg-Peter Lienhard

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• Siehe auch: Kamikaze auf der Landstrasse


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