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KulturSchweigen

Artikel vom 23.02.2004

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Fasnacht 2004

Sujet-Renner Waaghof

Pressekonferenz des Fasnachts-Comités und Sujet-Vorschau

Von Jürg-Peter Lienhard



Klar, dies ist ein Archivbild - nicht nur, weil es ein Schwarz-weiss-Abzug ist -, sondern weil die Sujets der kommenden Fasnacht eben erst dann zu sehen und zu fotografieren sind… Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2004

BASEL.- Noch sechs Mal schlafen und am nächsten Montag, 1. März 2004, Schlag vier Uhr in der Früh, ist es wieder so weit, und dann heissts: «Dr Morgeschtraich, vorrwärts Maaarsch!»: Die «drei schönsten Tage» im Jahr der Basler beginnen unter dem Motto «Kai Blatt voors Muul!».

484 Gruppierungen - von den Stammvereinen über die Wagencliquen bis zu den Einzelmasken -, 185 Laternen und über 12‘000 aktiv Mitwirkende sind es dieses Jahr, die am Morgeschtraich, an den beiden Cortèges vom Montag- und Mittwoch-Nachmittag sowie am Kinderumzug und Guggekonzärt am Dienstag teilnehmen werden.

Stabiler Bestand an Mitwirkenden

Damit hält sich die Zahl der aktiv Teilnehmenden an der diesjährigen Fasnacht ungefähr im gleichen Rahmen wie dies seit 1995 der Fall ist: Die Fluktuationen sind über all die Jahre sehr gering gewesen; man kann von einem «stabilen Bestand» ausgehen, meinte Felix Rudolf von Rohr, Obmaa des Fasnachts-Comités an der Pressekonferenz vom Montag, 23. Februar 2004, in der «Kunsthalle».



Die traditionelle Pressekonferenz des Fasnachts-Comités in der Kunsthalle geht jeweils ruck-zuck über die Bühne. Obmmaa Felix Rudolf von Rohr (2. von rechts) freute sich, dass rund 50 Pressevertreter der Einladung folgten, «obwohl es keine Gratis-Plaketten zu verteilen gab». Auffallend sind die Namen der ehrenwerten Comité-Gesellschaft: Sie verraten, dass diese «Berufsbasler» allesamt «Secondos» aus Innerschweizer Familien sind. V.l.n.r.: Pia Inderbitzin, Urs Bucher, Felix Rudolf von Rohr, Andreas Nabholz usw. Foto J.-P. Lienhard, Basel © 2004

Die Comité-Pressekonferenz ist auch die Gelegenheit, an der der «Rädäbäng», der offizielle Fasnachtsführer erscheint und präsentiert wird. Da sind - verschlüsselt in Daig-Baseldytsch - die Sujets der Cliquen und Gruppen aufgeführt, und sind nicht etwa nur für Nicht-Basler schwer zu entziffern. Immerhin geht aus dem dieses Jahr um weitere vier Seiten angewachsenen Büchleins hervor, dass der absolute Renner unter den Sujets der «Taubenschlag» des Untersuchungs-Gefängnisses «Waaghof» ist. Wer, wie die Basler Polizei, den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Das machen ganze 40 der 484 «Einheiten»…

Internationales und Politisches gut vertreten

Im Palmarès der beliebtesten Sujets 2004 sind weiter ganz obenauf 19 mit dem Thema «Aida», dem missglückten Opern-Spektakel im Joggeli, 15 mit «Heisser Sommer», 14 mit «Superstar», 13 mit «Eidg. Wahlen - SVP-Blocher», 12 mit «Couchepin-AHV», jeweils 9 mit dem «Schlafschiff» und den «Top Secret-Edingburgh Tattoo», gefolgt mit je 7 von «Spielcasino» und «Sparen generell» sowie mit je 6 «Berlusconi», «Swiss» und «Abfall in Basel».

Während von den 52 im «Rädäbäng» ausgemachten Sujet-Gruppen 42 im weitesten Sinne mit Basel und Basler Interna zu tun haben, finden sich unter den restlichen zehn Sujet-Gruppen 143 Sujets mit teils hochaktuellen Themen, die sowohl «grenzüberschreitende» Fakten wie auch internationale Politik und Politiker aufs Korn zu nehmen gedenken. Das ist gegenüber den 176 «baslerischen» Themen doch auch eine recht vielfältige Palette. Gleichwohl, so Felix Rudolf von Rohr, müsse diese «Themenstatistik» mit Vorbedacht interpretiert werden: Wie ein Sujet dann wirklich aufgemacht wird, und ob es nicht in einem anderen Sujet dessen «Show» stiehlt, wird erst die Fasnacht zeigen.

Probelauf mit Mehrwegbecher

Vom Comité-Mitglied Urs Bucher war zu erfahren, dass - um Staus, Abgase usw. zu vermeiden - die Zahl der Wagencliquen jährlich stets auf 120 «kontingentiert» bleibt; dieses Jahr ständen 24 weitere auf der «Warteliste» und haben daher das Nachsehen beim Mitmachen.

Eine Neuigkeit für dieses Jahr konnte Bucher ferner mit Blick auf die Abfallentsorgung vermelden: Im Kasernen-Areal, wo dieses Jahr wiederum die Wagen der Wagen-Cliquen ab Montagabend bis Mittwochmorgen aufgestellt werden, sollen die Tranksame in konsignierten Mehrwegbechern abgegeben werden. Das «Depot» für den 2-dl-Becher (Schnaps und Wein) oder den 3-dl-Becher (Bier) beträgt 2 Franken. Beide Becher können auch mit Loch und einer Basler Schwarz-weiss-Kordel zum Umhängen beide für 3 Franken erstanden, aber wegen der Kordel (die die Waschmaschine beschädigen würde) werden sie nicht mehr zurückgenommen.

«Event»-Bühne - wasch das?

Was das Wagen-Areal auf der Kaserne angeht, so hat man bei der erstmaligen Durchführung der Wagen-Ausstellung letztes Jahr festgestellt, dass die Wagen ohne «Personal» eben «unbelebt» sind - weshalb dieses Jahr die Wagen-Ausstellung mit einer «Event»-Bühne und zeitweiser «Bemannung» der Wagen «belebt» werden soll. (Anm.: Mal sehen, wie das ausartet…)



Wer die Lichter in der Innenstadt am Morgeschtraich nicht löscht, kann verzeigt werden, wenn er die freundliche Aufforderung des Fasnachts-Comités (Bild) nicht befolgt . So ernst nehmens die Basler mit ihrem heiligsten aller Tage… (Bild: Fasnachts-Comité 2004)

Für den Morgeschtraich sind wieder einige Equipen mit Packpapier und Klebeband unterwegs, um Verstösse gegen das - strafbare - Nichteinhalten des Lichterlösch-Gebotes lichtdicht abzudecken. In diesem Zusammenhang hat Bucher bekanntgegeben, dass letztes Jahr 20 Geschäfte in der Innenstadt als «Wiederholungstäter» ausgemacht wurden, denen «im Falle dass…» dieses Jahr eine gerichtliche Verzeigung droht. Damit ist gesagt, dass alle Geschäfte und Private in der Innenstadt sich an das Lichterverbot halten müssen - auch Mac-Donalds!

Schnitzelbangg-Schlussoobe ausverkauft

Urs Nabholz als Vertreter der Comité-Schnitzelbängg informierte, dass die Auftritte der Bängge vor dem Comité sowohl im Stadttheater wie auch im Schauspielhaus über deren Bühnen gehen. Der Schlussabend am Samstag ist jedoch schon längst ausverkauft, während für die Theaterorte noch Karten zu haben sind.

Das webjournal.ch bleibt am Ball, dh. im Fasnachtsfieber und wird als Dienstleistung an unsere Leser wieder verschiedenes Nützliches rund um die Fasnacht aufs Netz schalten sowie einige Kostproben aus dem Fasnachtsgeschehen veröffentlichen. Schauen Sie doch öfters bei uns vorbei - es wird sich für Aktive wie für Passive und für unsere Nachbarn sowieso lohnen.

Von Jürg-Peter Lienhard


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