Artikel vom 29.05.2006

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Elsass - Wirtschaft

Krisen an der Tagesordnung

Schlechte Aussichten für grosse elsässische Traditions-Unternehmen

Von Pierre Dolivet



Chemische Stinkbude Albermarle in Vieux-Thann vor den Aus. Foto: Pierre Dolivet, Mulhouse © 2006


Ist das Elsass nicht schön? Seine Landschaft, sein Klima, seine Tafel und seine Weine, die auf der touristischen Sonnenseite stehen? Die glänzende Medaille hat - wie jede Medaille - eine Kehrseite: Zurzeit machen vier grosse elsässische Traditionsbetriebe wegen wirtschafltichen Schwierigkeiten von sich reden: Die Chemie-Fabrik Albermarle in Vieux-Thann, die Textilmaschinen-Fabrik Schlumberger in Guebwiller, Gymflex (Textil) in Burhaupt und die berühmte Brauerei Schutzenberger im Unterelsass.

Die Chemiefabrik Albermarle in Vieux-Thann - von Basel aus gesehen vor Thann angesiedelt - hat eine lange Tradition und viele Namensänderungen in seiner Geschichte erfahren. Ursprünglich von den Mülhauser Textibaronen im 19. Jahrhundert zur Deckung des Chemiebedarfs der Textilfabriken im Thannertal gegründet, war sie über Jahrzehnte immer wieder wegen vielen Umweltskandalen in den Schlagzeilen.

Zurzeit steht die heute Albermarle geheissene Fabrik mit ihren 275 Mitarbeitern vor dem Aus. 350 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferfirmen sowie etwa 4000 indirekt betroffene Arbeitsplätze sind davon betroffen. Der französische Industrieminister François Loos, Elsässer und ehemaliger Direktor von Albermarle in den Jahren zwischen1986 und 1987, sieht seinen Worten zufolge «keine Zukunft der Chemie im Thannertal» mehr.




Brasserie Schutzenberger in Schiltigheim: Bier hat im Elsass seit den Römern eine ebenso grosse Tradition wie der Wein. Mit Kronenbourg ist die elsässische Bierwirtschaft gar global tätig, was kleinere Unternehmen wie Schutzenberger zu spüren bekommen. Foto: Schutzenberger

Von Pierre Dolivet


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