Artikel vom 03.02.2004

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Nebenbei bemerkt

Sogenannte Rhetorik…

Die Zürcher Hochschule für Gestaltung bietet Nachdiplomkurse an. Wer nicht? Aber Rhetorik hatte noch niemand.

Von Reinhardt Stumm

Der Kurs heisst übrigens nicht Rhetorik, er heisst «ars rhetorica»! Das hört sich gleich ganz anders an. Man hätte übrigens auch Redekunst sagen können. Aber ehrlich, sagen Sie mal ganz leise «Redekunst» – und jetzt «ars rhetorica». Na? Das lernen Sie! Kursgebühr 5'500 Schweizerfranken.

Der Anmachetext lässt erkennen, wie nötig diese Schulung ist: «Im Mittelpunkt der experimentellen Arbeit stehen die Bereiche Emotion und Erinnerung. Sie erscheinen in der Rhetorik als persuasive Emotionstechnik und Mnemotechnik bzw. Gedächtnistraining.» *)

Dass es ohne der die das wirklich nicht mehr geht, begreift der Dümmste. Der hat hier freilich nichts zu suchen, «ars rhetorica» ist nicht für Kreti und Pleti, sondern für Absolventen der Hoch- und Fachschulen, für Personen mit entsprechender Qualifikation in ausgewiesener Berufspraxis.

Die kapieren doch dann wenigstens, was sie lernen sollen: «Durch die Rhetorik kann eine Persönlichkeitsfestigung, ein zielgerichtetes Selbstmanagement erreicht werden, bei dem die soziale Kompetenz über den kulturellen Hintergrund und nicht zuletzt über rhetorische Gender-Techniken verbessert wird.»

Auf gut deutsch: Sie sollen lernen, die Watte da auszubreiten, wo der Arsch zu Boden geht.

*) (Anm. der Redaktion: «Mnemotechnik» ist kein Tippfehler - das Wort ist aus dem Griechischen «mneme» - Gedächtnis, Erinnerung - abgeleitet und bedeutet «Gedächtniskunst» - aber wer braucht das Fremdwort denn schon zum Bluffen, ausser der zitierte Schaumschläger?!)

Von Reinhardt Stumm

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