Artikel vom 21.12.2005

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Aufgegriffen

Der Abriss der Basler Zeitung

Mit einer scharfsichtigen Analyse hat der inzwischen verstorbene Historiker, Werbefachmann, Politiker und gelehrte Intellektuelle Markus Kutter postum dem Verleger Matthias Hagemann und seinem Chefredaktor Ivo Bachmann vor den Bug geschossen

Von Gast



Kunst auf dem Abbruch: Quo vadis baz - wenn sie schon nicht mehr Grenzen und die Grenze überschreitet?



BASEL. jpl.- Am 1. Dezember 2005 waren es genau zwei Jahre her, als der designierte Chefredaktor der «neuen» Basler Zeitung, der Luzerner Ivo Bachmann, seine Konzept-Ideen an einem Vortrag in der Universität Basel vorstellte. Der bevorstehende Umbau der Monopolzeitung war eine Folge der finanziellen Konsequenzen aus dem Schwinden des Inseraten-Volumens. Aber nicht nur! Markus Kutter hat die Rede Bachmanns damals genauer unter seine Lupe genommen und einen ätzend vernichtenden Kommentar dazu verfasst. Aus Rücksicht auf seine publizistischen Ambitionen, hatte er den Artikel leider nicht veröffentlicht, sondern ihn nur ein paar Handverlesenen zur Kenntnis gebracht, mit dem Versprechen, dass er in die Publikation einwillige, «wenn die Zeit dafür reif ist».

Zwei Jahre «neue baz»: Die Region Basel ist mit «ihrer» Zeitung höchst unzufrieden, wie aus dem dramatischen Leserschwund seit dem Umbau abgeleitet werden kann. Das Ziel, «die Jugend zu gewinnen», ist nicht erreicht, zumal ausgerechnet diese Zielgruppe keine Zeitung abonniert, obwohl doch gerade das Feuilleton als «bazkulturmagazin» zu einem Pop- und Rock-Heftli verkommen ist. Praktisch komplett aufgegeben hat die «neue baz» die grenzüberschreitende Berichterstattung, obwohl die «Regio Basiliensis» in der Seele der Bevölkerung festgeschrieben ist.

Mit Einwilligung von Gisela Kutter, der Witwe von Markus Kutter, veröffentlicht webjournal.ch dessen Analyse der Bachmann-Rede. Wir überlassen es unserer Leserschaft, darüber zu befinden, ob Kutters Befürchtungen seit den zwei Jahren «neue baz» eingetroffen sind. Markus Kutter verstarb 79-jährig am 27. Juli 2005.


Die Abrisspläne der Basler Zeitung

Von Markus Kutter ✝

(Unveränderter Original-Wortlaut und Titel/Zwischentitel. Typographische Auszeichnungen und Korrektorat: Redaktion webjournal.ch. Redaktioneller Vorspann von Jürg-Peter Lienhard. Die kursiv ausgezeichneten Stellen sind Zitate. Copyright © by Gisela Kutter, Basel, und www.webjournal.ch, Postfach, 4015 Basel - 21. Dezember 2005)


Am 1. Dezember 2003 sprach Ivo Bachmann, der neue Chefredaktor der «Basler Zeitung», in der Aula der Universität Basel vor der Statistisch-volkswirtschaftlichen Gesellschaft. Hinter diesem dürren Namen steht die ökonomisch gewichtigste Gesellschaftsschicht aus dem Raum Basel mit Personen, die im wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben der Agglomeration eine entscheidende Rolle spielen oder spielen können. Der gute Besuch der Veranstaltung zeigte, dass der heftige redaktionelle Umbau und die massiven Sparbefehle der Verlagsleitung die Leserschaft des faktischen Monopolblattes aufgeschreckt hatten. Was würde der neu gewählte Chefredaktor aus der Innerschweiz – «ausgerechnet ein Luzerner in einem Wagen mit Zürcher Nummernschild» – seinem Basler Publikum in die gespitzten Ohren mitteilen? Oder trug er möglicherweise nur vor, was ihm der Verleger Matthias Hagemann vorher in die Feder diktiert hatte?

Auf 20 Minuten geschrumpft

Der Titel seines Vortrags: «Journalismus als Dienstleistung – die neue Rolle einer modernen Regionalzeitung» vermittelte erste Signale. In dem Augenblick, da einer Journalismus als Dienstleistung definiert, setzt er auch einen Markt voraus, der nach diesem verlangt. In der Entstehungszeit der modernen Presse am Ende des 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts war Journalismus etwas anderes, nämlich Aufklärung: Der Zeitungsherausgeber, der Zeitungsredaktor, der Zeitungsschreiber fühlten sich dadurch legitimiert, dass sie ihre Leserinnen und Lesern über das Ereignis selber, über dessen Hintergründe und die Tragweite aufklären konnten, also einen Wissensvorsprung vermittelten. Die andere Auffälligkeit im Titel des Referates bestand darin, dass Bachmann die «Basler Zeitung» unmissverständlich nur noch als Regionalzeitung definierte, die zugleich auf der Suche nach einer neuen Rolle sei. Das bedeutet offenbar, dass die alte Rolle ausgespielt und nicht mehr verpflichtend ist, und dass die «Basler Zeitung» die Grenzen der Region auf den Jurahöhen nicht mehr zu überschreiten hofft.

«Die Basler Zeitung ist plus-minus die gleiche wie vor 20 Jahren», stellte Herr Bachmann fest. Das «plus-minus» soll wohl die Oberflächlichkeit seiner Feststellung entschuldigen. Denn die Leserinnen und Leser haben die «Basler Zeitung» anders erlebt: Die wöchentliche Beilage einer Dreiland-Zeitung, später ersetzt durch die umfangreiche Agenda mit den Kulturveranstaltungen der Region, der stärkere Ausbau der Tagesthemen auf der dritten Seite, das geänderte Konzept der Frontseite mit einem oder zwei thematischen Schwerpunkten. Das ist sogar Herrn Bachmann aufgefallen, wenn er sagte, die «Basler Zeitung» sei «eine tägliche Wochenzeitung». Ihre Beiträge seien äusserst lesenswert – «bloss: Wann nur lesen wir sie?» Denn das Zeitfenster, das ein Tageszeitungsleser seiner Tageszeitung öffne, liege grade noch bei 20 Minuten.

Da kommen wir der Sache entschieden näher. Wenn verkündet wird, dass die zukünftige «Basler Zeitung» «kompakt und handlich» sein soll wie das Pendlerblatt, das die 13- und 15-jährigen Bachmann-Töchter auf der Busfahrt zur Schule lesen, bekommt man eine Ahnung von den Umbauplänen. Die einstigen «Basler Nachrichten» und die frühere «National-Zeitung» hatten ein grösseres Format als die jetzige «Basler Zeitung». Von der jetzigen «Basler Zeitung» bis zu den Pendlerzeitungen im Tabloid-Format gibt es eine ganze Reihe von Formatabstufungen im Zeitungsmarkt. Stehen wir als Leserinnen und Leser also vor einem Schrumpfprozess der «Basler Zeitung» mit Redesign und neuer Blattarchitektur im Stil der Gratiszeitungen? Gibt es deshalb in der neuen Chefredaktion gerade zwei so genannte Blattmacher? Herr Bachmann winkt ab, er will vorerst nur «das Planungsfeld erkunden, auf dem eine modern gemachte, lesernahe Zeitung entsteht». Da haben wir das nächste Stichwort: Eine (moderne) Regionalzeitung muss «lesernah und nützlich» sein.

Kunden statt Leser

Was ist der Nutzen einer Zeitung? Ich erfahre etwas (und kann es nachlesen), das mich in einem materiellen, rechtlichen, kulturellen, politischen, geistigen Sinn etwas angeht oder direkt betrifft, von dem ich vorher nichts wusste; die Zeitung macht Abläufe verständlich, entrollt die Hintergründe, weist Ursachen nach und kommt zu Schlüssen, denen ich vertrauen kann – ja, wieder Aufklärung, es ist beim Leser ein Lernvorgang, der journalistisch um so besser gelingt, je lieber er ihn vollzieht. So möchte man den Ausdruck «lesernah» verstehen, weil der gewonnene Nutzen die Bindung zum Nutzenvermittler verstärkt. Aber jetzt winkt Herr Bachmann entschiedener ab, weil er lieber von «Kunden» als von Lesern spricht. Leser sind Leute, die durch das Lesen informierter und einsichtiger werden; Kunden aber sind jene, die schon mit zementierten Erwartungen zu den Medien gehen und geliefert haben wollen, was ihnen entspricht und gefällt. Im Extremfall ist es nur noch Klatsch oder Pornografie.

Damit der Kunde seinen Erwartungen entlang dann auch konsumiert, muss die moderne Regionalzeitung «aktuell, brisant und überraschend» sein. Das Rezept dazu heisst: «Surprise me!» Denn der Leser «will überrascht werden. Er sucht die brisanten Themen, die überraschenden Gedanken. Er will sich gelegentlich sogar ärgern dürfen». Sachte schiebt sich neben den Inhalt der Botschaft deren Aufmachung nach vorn, oder es werden Botschaften bevorzugt, deren Inhalt als brisant eingeschätzt werden kann: Reizthemen mit emotionalem Nachklang, kleine und grosse Skandale.

Gemach, sagt Herr Bachmann, die moderne Regionalzeitung muss auch «glaubwürdig» sein. Was macht eine Zeitung glaubwürdig? Es ist, übers Ganze gesehen, zum einen die Ernsthaftigkeit, mit der die Redaktion Themen entdeckt, beim Namen nennt und aufarbeitet. Es ist die in und von einer Redaktion verlangte Qualität des Recherchierens und der abschliessenden Berichterstattung.

Glaubwürdig können nur einzelne Journalisten und Redaktoren werden, wenn sie über längere Zeit vor der Leserschaft ihre Kompetenz und ihre Urteilskraft bewiesen haben. In früheren Zeiten gab es dafür den Leitartikel oder den Wochenbericht; ein Chefredaktor wie Albert Oeri bei den «Basler Nachrichten» bleibt unvergessen. Heute sieht man deutlicher, wieviel solche Chefredaktoren oder anerkannte Kollegen (wie etwa Rolf Eberhard in der ehemaligen «National-Zeitung») an Bildung, Weitsicht, Formulierungsgabe und politischem Scharfsinn mit sich brachten, so dass eben die Leser ihnen zu folgen bereit waren oder den kritischen Dialog mit ihnen suchten. Das gilt offenbar nicht mehr, zum einen weil dieser Typ Chefredaktor vom Verleger nicht länger gesucht und gefördert wird, zum andern weil Chefredaktion und Verlag ganz andere Prioritäten setzen: «Das Geheimnis eines guten Layouts ist tatsächlich die Überraschung.» Das ist nicht nur zu den Typografen und Grafikern gesagt, da Herr Bachmann meint, man sollte diese Frage «vor allem auch an die Journalisten stellen».

Wie soll eine Tageszeitung überraschen können, wenn die Tagesschau vom Vorabend, «10 vor 10», das Lokalfernsehen, die DRS-Nachrichten, das Regionaljournal, das Lokalradio etc. das Ereignis schon längst berichtet haben, bisweilen sogar das Internet flinker reagiert als die Zeitungsmaschinerie? Ivo Bachmann sagt richtig: «Die Mediennutzung, die Informationsmöglichkeiten und Kommunikationswege haben sich total verändert, und damit auch die Ansprüche an eine Zeitung.» Aber er zieht den merkwürdigen Schluss, dass die Tageszeitung, die im Nachrichtenfluss eher am Schluss steht, überraschen müsse. Denn es gebe «nichts Schlimmeres als die inhaltliche und grafische Langeweile». Man sieht die Redaktion sechs Tage in der Woche unter der Geissel dieses Auftrags schwitzen, aktuell, brisant und überraschend zu sein. Die Leute sind nicht zu beneiden.

In einer Zeitung wohnen

Zum veralteten Zeitungswesen gehört nach Ivo Bachmann auch die Ressortstruktur, also die Abfolge von Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Lokales im Innern einer Zeitung, verteilt auf die Bünde. «Die traditionellen geografischen Kategorien, nach denen Nachrichten gebündelt und Artikel geschrieben werden, vermischen sich immer mehr», sagt Bachmann. Es stimmt: Pendlerzeitungen wie das «20 Minuten», die nicht aus mehreren Bünden zusammengesetzt sind, sondern nur einen umfassen, verwischen ihre Aufteilung in redaktionelle Ressorts gern nach aussen, auch wenn sie nach innen durchaus zwingend sind. Die erfolgreichste der kompakten und handlichen Tageszeitungen in der Schweiz, der «Blick», hat bei sorgfältiger Betrachtung sogar eine fast rigide Ressortstruktur. Die umgestaltete «Weltwoche» im Revueformat schien in den ersten Nummern die klassischen Ressorts aufgehoben zu haben, unterdessen schleicht sich wieder eine Art Aufteilung ein: Nationales und Internationales am Anfang, Leserbriefe in der Mitte, dann längere Aufsätze oder Essays, es folgen Kultur, Film, Musik und eine Autovorstellung wie gewohnt gegen Ende, Kolumnisten sind verteilt, aber wenn möglich immer an einem ähnlichen Platz.

Das heisst, dass Lesernähe und Leserfreundlichkeit etwas damit zu tun haben, wie gut sich die Leser in einer Zeitung zurechtfinden, sie wie eine Welt für sich auch topografisch verstehen, sich in ihr beheimatet fühlen. Dann können sie den Inhalt einer Zeitung nach persönlichen Bedürfnissen selektiv angehen – das lese ich zuerst, das dann später, das überhaupt nicht. Herr Bachmann fragt: «Was ist Ausland? Was ist Inland? Was Region?» Die Leser werden es ihm beibringen, wenn sie schon bei einer Verschiebung des Inhaltsverzeichnisses den Aufstand proben oder die Todesanzeigen nicht herumgeschoben wissen wollen.

Der politische Auftrag

Überraschend schweigsam war Herr Bachmann über die «Basler Zeitung» als eine Institution intellektueller, letztlich geistiger Natur in einer engen Stadt, die von der Mittelland-Achse Rorschach-Genf fühlbar (ein Nationalrat weniger) abgehängt wird und den Sprung über die kantonalen oder nationalen Grenzen immer schwieriger schafft. Dank Pharma, Biotechnologie, Chemie, dank Transporten, Versicherungen, Finanzdiensten geht es ihr – vorläufig noch – ökonomisch oft besser als der übrigen Schweiz, aber ein Bedeutungsverlust ist nicht zu übersehen. Die Swiss hat sich vor allem auf Kosten von Basel redimensioniert. Aus dem Flugzeug betrachtet, ist Basel mit den zusammengebauten Vorortgemeinden eine Stadt von annähernd 250'000 Einwohnern, aber die unselige Kantonstrennung vor mehr als 170 Jahren, für die historisch die Stadt die Verantwortung trägt, schnürt ihr Wachstum ein. Das, was in anderen Städten von vergleichbarer Grössenordnung stattfand, nämlich vernünftige Eingemeindungen, ist hier unmöglich, also kann Basel auch nicht wie Zürich, Bern, Lausanne, St. Gallen etc. zentrale Dienste in die eingemeindeten Aussenquartiere verlegen. Ein Universitätsinstitut in Binningen, eine gemeinsame Hafenverwaltung in Birsfelden, ein neues Hochhaus-Quartier im nördlichen Münchenstein sind undenkbar. In der Schweiz weiss man nicht, dass der ganze Kanton Basel-Stadt umfangmässig weniger als die Hälfte der Stadtgemeinde Zürich umfasst.

Die ersten Zeitungen in der Schweiz um 1800 verstanden ihren Auftrag auch immer politisch, so der «Schweizer Bote» von Zschokke, «Der Republikaner» von Usteri, die «Neue Zürcher Zeitung». Dass die «Basler Zeitung» aus der Fusion der «National-Zeitung» mit den «Basler Nachrichten» faktisch zum Monopolblatt von Basel-Stadt wurde, war voraussehbar und leider unvermeidlich. Der innerstädtische Dialog verstummte. Die alte redaktionelle Leitung jedoch versuchte, den Standpunkt Basels und dessen Ansprüche immer wieder deutlich zu machen. Die Redaktion war mehr als eine die Fernschreiben und eMails verarbeitende Maschinerie, sie versuchte eine politische Botschaft zu formulieren und engagierte sich auch persönlich, gesellschaftlich, im engen Beziehungsnetz individueller Kontakte. Die Universität, der FCB, der öffentliche Verkehr nach St-Louis oder Weil am Rhein, Arthur Cohn, Kulturprojekte, die Messe, der Rheinhafen, Stadterweiterungen auf dem Dreispitzareal waren Themen, denen sich die «Basler Zeitung» nicht nur redaktionell, sondern auch in offenen Gesprächen widmete. Sie versuchte die grössere und grosse Perspektive ihren Lesern zu vermitteln. Basel hatte eine Stimme, auf die es sich – in Sachen Spitalplanung, Fachhochschulen, Kultursubventionen – immer wieder oder zeitweise verlassen konnte.

Von solchen Dingen sprach Herr Bachmann nicht. Sie sind ihm vermutlich unheimlich, er kennt Basel nicht. Er sitzt eher etwas allein in seinem Büro und studiert darüber nach, wie die «Basler Zeitung» «brisant, überraschend, kompakt und handlich» werden könnte. Er macht Winke-Winke mit Leserbriefschreibern und dankt ihnen, dass sie überhaupt eine Meinung zur «Basler Zeitung» vorbringen. Der naheliegende politische Auftrag dieser Zeitung aus Basel interessiert ihn nicht, es fällt ihm dazu auch wenig ein, lieber möchte er «die Leserinteressen und das Leserverhalten kennen». Deshalb führt er gerade jetzt «eine grosse Leserbefragung durch».

Ihr Resultat ist voraussehbar. Eine kunterbunte Mischung von allen möglichen Wünschen, mehr von dem, weniger von jenem, wird das Resultat sein, das sich dann zu einem Mosaik zusammensetzen lässt, dessen Quintessenz wieder heisst: «brisant, aktuell, überraschend, surprise me!» Die verbürgte Tatsache, dass die Leserschaft eines bestehenden Zeitungsorgans sich gar nicht ausdenken kann, wie diese Zeitung auch ganz anders konzipiert, geschrieben und gestaltet sein müsste, geht vergessen. Die früher vom Verlag der «Basler Zeitung» betreute «Weltwoche», deren Auflage kontinuierlich zusammensank, ist ein Musterbeispiel dafür, wie keine inventarisierten Lesermeinungen, sondern nur der klare Führungswille einer redaktionellen Equipe die Wende schafft.

Möglicherweise regt sich ein solcher Mut in den inneren Stuben des Verlags der «Basler Zeitung», aber er weiss nicht, was er mit sich anfangen soll. Es ist ein wenig ein Mut der Verzweiflung, unter dessen kaltem Hauch die neue sechsköpfige Chefredaktion, die man als Autoren kaum oder gar nicht kennt, zu frösteln beginnt. Die ersten zögerlichen Änderungen in der Zeitung wie ausführlichere Leserbriefe oder der tanzende Bär und der entschwundene FCB-Spieler Marco Streller farbig auf der Frontseite, sind fast todesmutig. Ist das die neue Brisanz?

Die Damen und Herren aus der Statistisch-volkswirtschaftlichen Gesellschaft verliessen die Aula der Universität sichtbar nachdenklich. Viele von ihnen standen unter dem Eindruck, der Ankündigung eines Abbruchs beigewohnt zu haben, der für einen wirklichen Umbau keine Energien mehr übrig lässt.

Markus Kutter ✝

Copyright © by Gisela Kutter, Basel, und www.webjournal.ch, Postfach, 4015 Basel - 21. Dezember 2005



baz stellt «RegioMagazin» ein




Banales, Allzubanales will niemand lesen: Die baz hat sich sowieso aus der Regio verabschiedet und stellt nun Ende 2005 auch das seinem Titel nie gerecht gewordene Tabloid-Supplement ein.



red.- Bei der baz stehen ab Januar 2006 Umschichtungen bevor, wie das «Schweizerische Medienmagazin klartext» in seiner Ausgabe Nummer 6 vom Dezember 2005 unter dem Titel «baz-Regionales als „Powerbund“» berichtet:

«Neu organisiert werden die Spezialseiten, von denen vor Jahresfrist beim Relaunch zehn pro Woche realisiert wurden. „Damals hatten wir uns zu viel vorgenommen“, räumt BaZ-Chefredaktor Ivo Bachmann ein. In der Folge reduzierte man auf eine pro Werktag, wobei einige nur zwei Wochen erschienen. Die im Oktober 2005 veröffentlichte Leserumfrage habe gezeigt, so Bachmann, dass sich die 14-tägliche Publikation nicht bewährt habe. Deshalb beschränkt man sich ab 2006 auf sechs Spezial-Themen wie "Wissen" und "Gesundheit". Andere müssen über die Klinge springen, darunter "Konsum", dessen Themen wenn möglich in die aktuelle Wirtschaftsberichterstattung integriert werden.

Fallen gelassen wird auch das „RegioMagazin“, ein jeweils dienstags beiliegendes Tabloid, das lockere Unterhaltung samt Leseraktionen bietet und die Rubrikinserate „baz.markt” und „fahrzeug.markt” enthält, aber zu wenig Beachtung fand. "Ab Anfang Jahr bringen wir dafür täglich eine Seite zusätzlich, welche den Stil des ‚RegioMagazins‘ aufnimmt", so Bachmann. Um die Berichterstattung über das Baselbiet und die Basler Agglomeration zu verstärken, werden einige Redaktionsstellen neu definiert. Bachmann: "Ein Abbau kann dies aber nicht sein, denn unsere Leserumfrage hat gezeigt, dass der Regionalteil - nebst dem ersten Bund - der Powerbund der BaZ ist."»

Von Gast

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Markus Kutters baz-Analyse im PDF-Format

• Kutters Offener Brief an Verleger Hagemann vom November 2004: Keine Reaktion… PDF zum downloaden

• Wie Kutter «Regio Basiliensis» verstand - die Geschichte der Amalie Zürcher.pdf

• Markus Kutters «Wortlager» - feinsinnige Texte auf dem Internet


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