Artikel vom 09.12.2005

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Motz

Bitterer Biss in Kinderschnitten

Faule Beisserchen, fette Kinder sind Menschenrecht!

Von Jürg-Peter Lienhard



So sieht ein Apfel aus! Damit wollen die kaiben Schwoobe jetzt alle dicken Schweizer Kinderlein, die eh schon faule Zähne haben, strafen: Denn die Migros bekommt keine billigen Kinderschnitten aus Deutschland mehr…



Welch ein Skandal: Die Migros hat keine Kinderschnitten mehr…! Ach ja, ich habe eben keinen Fernseher (mehr) und weiss deshalb nicht, was eine «Ferrari-Kinderschnitte» ist! Tönt aber ziemlich unappetitlich. Ich bin eben mit «Anggeschnitte» aufgewachsen: Eine dicke Scheibe Basler Brot mit Butter bestrichen - mhhm, habe dies jetzt gerade wiederentdeckt. Dank «Kinderschnitte» von Ferrari! Und dank Coop-Baslerbrot!

Da aber die hiesigen Kinder immer dicker werden - im Gegensatz zu jenen in Afrika -, ist folgende Pressemeldung der Migros kaum in deren Abteilung «Migros-Wellness» entstanden. Oder vielleicht doch? Erst Dickmacher füttern, dann Wellness vekaufen?

Hier das vollständige Communiqué, das wir ganz bestimmt ohne Schadenfreude wiedergeben. Schliesslich wird die Marktmacht der Migros offenbar erfolgreich aus dem Grossen Kanton angegriffen, und das lassen wir uns als stramme Eidgenossen und Migros-Genossenschafter sowieso nicht gefallen. Auch wenn unsere Kinder immer dicker werden und faule Milchzähne gleich nach dem Schoppenalter völlig normal sind.


«Pressemeldung des Migros-Genossenschafts-Bundes vom Freitag, 9. Dezember 2005:

Ferrero verhindert Parallelimport von Kinder-Milchschnitten

Am 28. November 2005 hat die Migros erstmals Kinder-Milchschnitten von Ferrero direkt aus Deutschland eingeführt, weil die offiziellen Schweizer Importeure deutlich höhere Einstandspreise verlangen als im benachbarten Ausland. Der Direktimport ist nun gestoppt, da der deutsche Lieferant nicht mehr ausreichende Mengen der Kinder-Milchschnitte bekommt. Ferrero macht dafür Produktionsengpässe geltend. Davon betroffen ist jedoch nur die Migros Schweiz, alle anderen Anbieter werden mit den gewünschten Mengen beliefert.

Die Migros bittet ihre Kundinnen und Kunden um Verständnis, dass die Kinder-Milchschnitten in den nächsten Tagen und Wochen nicht mehr in den Migros-Regalen zu finden sind. „Wir bemühen uns, diese Sortimentslücke so rasch als möglich zu schliessen“, sagt Urs Riedener, Leiter Marketing und Mitglied der Generaldirektion MGB. „Den offiziellen Einkaufskanal über Ferrero Schweiz werden wir aber nur dann wieder berücksichtigen, wenn unsere Einstandspreise den ausländischen angepasst werden“, bestätigt Urs Riedener.»



Erfreulich, dass unsere Kinderlein dank Migros nur momentan hungern müssen, obzwar es immer noch genügend Aepfel auch im Migros-Sortiment gibt!

PS: Ach ja, da ist mir noch etwas aufgefallen im Migros-Communiqué. Da heisst es: «Die Migros bittet ihre Kundinnen und Kunden um Verständnis…». Es heisst nicht: «Sali Goofen». Die Migros richtet sich nicht an diejenigen, die diesen Dreck fressen, sondern an die manipulierbaren Alten, die fahrlässig mit der Gesundheit ihres Nachwuchses umgehen. Das ist das Problem und nicht die 20 Centimes, die Pferrari-Schnitte in der Schweiz mehr heuscht. Darum ist dieser «Preiskampf» der Migros ein Scheingefecht. Im wahren Sinne ihres Engagements für die Interessen der (kleinen) Kosumenten sollte sie diesen Kindermist schon gar nicht anbieten!

Von Jürg-Peter Lienhard


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