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KulturSchweigen

Artikel vom 30.11.2005

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Basel - Kultur

Blick in die Vergangenheit

Das Staatsarchiv Basel-Stadt hat über 7000 Fotos und alte Illustrationen digitalisiert, die übers Internet konsultiert werden können

Von Redaktion



Erst angestrebt, noch lange nicht verwirklicht: Bilddatenbank des Staatsarchivs Basel-Stadt. Bildschirmfoto mit den lediglich 15 Treffern nach der Suche «Mittlere Brücke 1800 – 1905».



BASEL. sta.- Dies dürfte vielen Hobby- und professionellen Historikern einen Dienst bedeuten - allerdings ist es erst ein Anfang, der noch sehr ausbaufähig ist: Neu stehen 7’000 Fotos und Bilder aus den Bildbeständen des Staatsarchivs im Internet für Online-Recherchen zur Verfügung und lassen sich auf dem Bildschirm anzeigen.

Der elektronische Zugang zu historischen Fotografien und Bildern im Netz ist ein neues und zusätzliches Angebot für alle Interessierten und insbesondere für all jene, die an historischen Fotografien und Bildern Gefallen finden und sich für die Geschichte der Stadt interessieren, aber bisher keinen konkreten Anlass gefunden haben, das Archiv zu besuchen.

Die Zugänglichkeit des Bildmaterials mit den Mitteln der Elektronik zu erleichtern und damit neue Kreise von Interessierten anzusprechen, ist Ziel eines über mehrere Jahre angelegten Projekts des Staatsarchivs. Dass damit das Bildangebot im Netz laufend erweitert und zugleich die wertvollen Originale geschützt werden - bei Recherchen vor Ort muss mit den Originalen immer hantiert werden - sind beabsichtigte Nebeneffekte aller Digitalisierungsprojekte und ein wesentlicher Beitrag zum Kulturgüterschutz an historischen Fotografien und Bildern.

Alle älteren Kataloge erfasst

Der neue Online-Archivkatalog auf der Homepage des Staatsarchivs ermöglicht eine breite Suche in den Archivalien. Der Archivkatalog umfasst fast alle älteren Kataloge des Staatsarchivs sowie alle neuen elektronischen Kataloge seit dem Jahr 2000 und bietet detaillierte Informationen zu den im Archiv vorhandenen Quellen.

Eine ganz neue Errungenschaft ist nun der Online-Zugriff auf Bilder. Die neu 7’000 Bilder, vornehmlich Fotografien, repräsentieren einen Teil von insgesamt über 250’000 im Archiv vorhandenen Bildern. Historische Fotos und Bilder sind ein von Spezialisten sehr gerne und überaus rege genutztes Archivgut. Das Staatsarchiv hat sich zum Ziel gesetzt , die Zugänglichkeit vor Ort für möglichst viele Interessierte in einer historisch und thematisch repräsentativen Auswahl durch den Online-Zugriff zu erweitern. Die 7'000 Fotos und Bilder sind der erste Schritt. Bis Ende des nächsten Jahres werden über 20'000 Fotos und Bilder im Netz verfügbar sein.

Auflösung genügt nicht für den Druck

Die digitalen Vorschau- und Ansichtsbilder werden im Archiv-Katalog in einem niedrig aufgelösten JPEG-Format angezeigt, das für die Recherche genügt, nicht aber für Veröffentlichungen. Dafür sind hochaufgelöste Scans im Tiff-Format notwendig. Diese können via email im Staatsarchiv bestellt werden.


Einschränkungen wegen Aktualitätszustand

red.- Die Erstellung einer Datenbank ist trotz enormen Fortschritten der Digitaltechnik keineswegs etwas Triviales; es ist hingegen eine hochkomplexe Angelegenheit, die erst «in den letzten Zügen» von einem Programmierer verwirklicht wird. Zuvor müssen grosse Überlegungen für die Organisation - nicht aus Tradition - auf Papier entworfen werden.

Die 7000 digitalen Bilder des Staatsarchivs, die zurzeit via Internet abrufbar sind, sind zwar eine hübsche Zahl, doch repräsentativ ist dies nicht. Weder für die vorhandenen Fotos im Staatsarchiv noch für die Themenauswahl. Es ist erst ein Anfang!

Hobby-Historiker oder andere Rechercheure seien daher gewarnt: Die Suche nach einer Illustration via Internet im Staatsarchiv wird kein befriedigendes Ergebnis bringen, wird das gesuchte Resultat gar verfälschen können! Weil die verfügbare digitale Auswahl an Bildern eben (noch) nicht repräsentativ ist.

Darum bieten die Entwickler der Datenbank auch keine «simple» Suchfunktion an; der «Treffer per Knopfdruck» gibt es nicht - vorläufig. Hingegen wird der Internet-Rechercheur schon mit vielen Dokumenten-Verknüpfungen bedient, womit er eine Übersicht über ein Thema bekommt. Das hilft ihm zwar weiter, aber nur insofern, als er eben doch real ins Staatsarchiv eintreten und dort weitersuchen muss - vorläufig. Vielleicht findet er erst dann die treffende Illustration, die noch nicht digital auf dem Internet aufgeschaltet ist.

Diese angeblich «erschwerte» Benutzerfreundlichkeit zwingt den Rechercheur eben dazu, das ganze Themenangebot anzuschauen, und sich nicht schon mit der oft verfälschenden «Oberfläche» eines einzelnen Bildes aus einem «Nebenschauplatz» zufrieden zu geben.

Das ist - vorläufig - von den Entwicklern so beabsichtigt, denn noch harren Aberhunderttausende von Bildern und Dokumenten auf die Digitalisierung. Der Zustand der digitalen Datenbank des Staatsarchivs Basel-Stadt ist zurzeit eben erst in den Startlöchern.

Beispiel: Mittlere Rheinbrücke, Zeitraum 1800 bis 1905. Die unter diesem Stichwort erfolgten Treffer zeigen nicht viel in bezug auf die Brücke in dieser Zeit - weder die alte noch die neue ist als solche erkennbar abgebildet, denn die erfassten Illustrationen sind Bilder aus einzelnen Sammlungen, deren Sujets von einem anderen Blickwinkel aufgenommen wurden, als es jemand erwartet, der die «alte Rheinbrücke» sehen wollte. Beispielsweise Bilder von den fortschreitenden Bauarbeiten müsste man eben immer noch «physisch» im Staatsarchiv suchen.





Die nützlichste Funktion der digitalen Datenbank: Übersicht über die Dokumenten-Standorte zu einem gesuchten Stichwort per Internet abrufbar. Wenn Bilder schon digital vorhanden sind, kann man sie schon per Klick in einer Vorschau ansehen.




Die Maske für die erweiterte Suchfunktion kann einem schon sehr viel näher an das Gesuchte bringen - ob der Gang ins Staatsarchiv gleichwohl nötig wird, zeigt dann erst das aufgerufene Dokument mit seinen Verweisen.


Von Redaktion

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