Artikel vom 12.11.2005

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Am Radio/Fernsehen

Jetzt spricht Bischof Koch

Der Chef von Pfarrer Szabo wurde in der Samstags-Rundschau von Radio DRS in die Zange genommen - Wiederholung am Samstag, 12. November 2005, 18.30 Uhr auf Radio DRS II oder auf dem Internet

Von Redaktion



Bischof Kurt Koch.



SOLOTHURN.- Zum ersten Mal hat der Bischof des Bistums Basel, Kurt Koch, öffentlich Stellung zum Konflikt mit dem Röschenzer Pfarrer Franz Szabo genommen: In der Samstags-Rundschau von Radio DRS vom Samstag, 12. November 2005, erklärte er, nicht die «Kritik an sich», sondern «die Art und Weise», wie sie vom freigestellten Seelsorger geäussert worden war, sei ausschlaggebend für den Entzug der «missio» gewesen.

Weiter erklärte der Bischof, der bockige Pfarrer habe nie das persönliche Gespräch mit ihm gesucht, sondern sich hauptsächlich der Medien bedient. Koch erwähnte einen ersten Bericht im Jahr 2003 in der Basler Zeitung, der die «Affäre» ins Rollen brachte. Er zeigte sich betroffen von der Medien-Aufmerksamkeit, die «der Fall» provozierte. Die Sendung wurde am Amtssitz des Bischofs in Solothurn aufgenommen.

Aus den gewundenen Erklärungen des Bischofs ist zu schliessen, dass das Zerwürfnis zischen ihm und dem aus der Furche laufenden Pfarrer irreparabel ist. Hart ins Gericht geht er auch mit der Kirchgemeinde Röschenz, deren Präsident er gar der Verbreitung von Unwahrheiten bezichtigte. Über die von der Diözese angeordneten Gutachten aufgrund einer erheblichen und strafrechtswürdigen Anschuldigung gegenüber Pfarrer Szabo liess er die Antworten mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte auch der Gutachter im Diffusen.

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jpl.- Das Gespräch in der Samstags-Rundschau ist ein Sujet für Kabarettisten: Die säuselnde Sprache des Bischofs, die gewundenen und versteckten Anspielungen, die auf «objektive» Darstellung bedachten Formulierungen, die fürs geübte Ohr aber erkennbar drohend und autoritär tönen, entlarven den Bischof als wenig weltoffen, als «erz» in vielerlei Hinsicht. Das ist man von katholischen Würdenträger gewohnt; die Denkweise gehört eben zur katholischen Kirche und ist herkömmliche Kirchenmusik.

In einer liberalen, weltoffenen und laizistischen Gesellschaft muss diese autoritär-hierarchische und auf bedingungslosen Gehorsam fussende Einstellung stets aufmerksam beobachtet werden. Denn der Einfluss der katholische Kirche in der Politik und ihr Macht-Anspruch in der Gesellschaft sind so kaschiert, wie des Bischofs Doppelsinn.


Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Zum Menü der Samstags-Rundschau (Sendung aufgeschaltet nach 18.30 h am 12.11.2005)

• Siehe auch J.-P. Lienhards Lupe: «Katholiken lügen anders»


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