Artikel vom 22.11.2003

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Nebenbei bemerkt

Schleichwerbung

Martin Heller betreibt Schleichwerbung auf Staatskosten

Von Reinhardt Stumm

Wer kennt Martin Heller nicht! Künstlerischer Direktor der Expo.02. Was treibt er heute? Jetzt, verrät er uns im Mitteilungsblatt Nr.13 des Ressorts Kultur des Erziehungsdepartementes des Kantons Basel-Stadt, jetzt «kann ich die Frage endlich beantworten: Ich bin Kulturunternehmer geworden.» Er hat die Firma «Heller Enterprises» gegründet.

Der Kulturunternehmer muss die Kunst beherrschen (wenn Kunst nichts mit Kultur zu tun hätte, was dann?), Beziehungen einträglich zu nutzen. Zum Beispiel die zum Ressort Kultur des Erziehungsdepartementes des Kantons Basel-Stadt. «Non olet» - es stinkt nicht. Wenn Geld irgendwo nicht stinkt, dann im Kulturbetrieb. Den Leserinnen und Lesern des Mitteilungsblattes darf Heller seinen Betrieb des Langen und Breiten erklären, auf die ehrenvollen Aufträge verweisen, die «Heller Enterprises» mittlerweile annehmen durfte, wie er damit umgeht, welche Parameter entscheidend sind für die Erfüllung dieser Aufträge: «Ich will die Gewissheit, Inhalte setzen und modellieren zu können, im ständigen Wechselspiel von Erfindung, Dienstleistung, Umsetzung, Vermittlung.» Und Rechnungstellung, selbstverständlich.

Diese natürlich von niemandem kritisch hinterfragte Selbstanpreisung ist eine - durch Erscheinungsort und Erscheinensweise zusätzlich geadelte - beneidenswert billige Werbeseite für «Heller Enterprises». Und ein Beispiel mehr dafür, dass im Kulturbetrieb ein paar Einsichten verloren gegangen sind, die mit Geld zu tun haben. «Heller Enterprises» ist zunächst einmal nichts als ein profitorientiertes Unternehmen wie tausend andere. Das Gejammer über die Kosten des Kulturbetriebs hören wir Tag und Nacht. Dass es Leute gibt, die mit demselben Betrieb ziemlich viel Geld verdienen - meist zuvor mit öffentlichen Mitteln in die Gewinnzone hochgepäppelt -, ist bestenfalls ein Thema für die Klatschspalten.

Herr Heller hat eine Firma, mit der er Geld verdienen will. Dazu wünschen wir ihm Glück. Der Ertrag gehört ihm. Das ist richtig. Der Aufwand ist seiner. Es ist nicht Sache des Erziehungsdepartementes, Werbung für seinen Laden zu machen und die dann auch noch als Gastkommentar zu verkaufen.

Von Reinhardt Stumm

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