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KulturSchweigen

Artikel vom 21.05.2005

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Vandalismus

Dino-Ausstellung beschädigt!

Kann man nichts mehr ausstellen? - Vollidioten haben in der erst eröffneten Dino-Ausstellung in der Grün 80 vandalische Zestörungen angerichtet

Von Redaktion



Ein Opfer der Vandalenakte in der Grün 80: der Dino vom Typ Velociraptor; von ihm fehlt jede Spur. Foto: Kantonspolizei Baselland



MÜNCHENSTEIN. pol/baz/red.- Vandalen haben in den Nacht auf Samstag, 21. Mai 2005, die am Vortag eröffnete Dinosaurier-Ausstellung auf dem Gelände der ehemaligen Grün 80 in Münchenstein (BL) schwer beschädigt. Der Sachschaden beträgt rund 250'000 Franken, wie die Migros als Sponsor der Ausstellung mitteilt.

Die Täter rissen drei Dinosaurier-Nachbildungen gewaltsam von den Sockeln und schleppten zwei davon aus dem Park. Einer der Dinos konnte im Rhein wieder gefunden und an seinen Platz zurückgebracht werden.

Ob er geflickt und wieder aufgestellt werden kann, ist laut Polizeiangaben vom Samstag fraglich. Vom zweiten Dino, einem rund 1,60 Meter grossen Velociraptor, fehlt bis jetzt jede Spur. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Täterschaft führen, hat die Eigentümerin der Ausstellung eine Belohnung ausgesetzt.

18 Grossfiguren der Urzeit-Echsen

Im «Park im Grünen» in Münchenstein sind seit Freitag 18 Grossfiguren der urzeitlichen Lebewesen ausgestellt. Die Schau dauert bis zum 15. September. Mit der lebensgrossen Abbildung des 45 Meter langen Seismosaurus, der im Original rund 40 Tonnen wog, steht im Park auch das grösste Dinosauriermodell der Welt.

Neben dem Seismosaurus sind auch weitere Urzeit-Echsen, etwa der Tyrannosaurus, zu sehen. Andere Dinos sind zwischen Bäumen und Büschen des Parks zu entdecken: Friedliche Pflanzenfresser wie der stachlige Kentrosaurus ebenso wie bösartig wirkende Fleischfresser wie der Velociraptor oder der Deinonychus.

Wissenschaftlich begleitet

Die kostenlose Ausstellung ist ein Geschenk der Migros Basel zum 25-jährigen Bestehen des aus dem Kulturprozent finanzierten Parks «Im Grünen». Die Idee entstand bei der Suche nach einem Ersatz für den 1980 aufgestellten und inzwischen baufällig gewordenen Dinosaurier. Die Ausstellung wird wissenschaftlich durch das Naturhistorische Museum Basel begleitet.

Gebaut wurden die Figuren vom norddeutschen Produzenten von Dinosauriermodellen Bernd Wolter, der in der Nähe von Hannover einen Dinopark mit über 100 Modellen betreibt. Die Figuren wurden auf sechs Tiefladern auf die 700 Kilometer lange Reise nach Basel geschickt.

*****

Kann man denn gar nichts mehr ausstellen? Ist bedepperte Unvernunft in unserer Gesellschaft einfach «normal»? Wie lässt sich derart unverfrorener Vandalismus erklären? Sind die Fussball-Idioten mit ihrem tumben Gebrüll Vorbild und Vorreiter für Enthemmung und Verantwortungslosigkeit? Und warum wird dies nicht generell in Frage gestellt, sondern noch von dem unbekümmert rein auf Profit ausgerichteten Gewerbe als «Chance für Basel» (Euro-Fussballereignis) bezeichnet (wenn dem Gewerbe dann aber eine Scheibe gekrümmt wird, dann ruft es nach dem Büttel!)? Tumbe Betrunkene, Zerstörungen, Urinieren, wo und wann, Kotzen, Vandalismus - das hat nichts mit Sport zu tun. Und wer dies noch fördert, fördert Verdummung und Verantwortungslosigkeit. Das kommende «Euro-Fussbalereignis» ist keine Chance für Basel, sondern eine Belastung! Was auf uns noch zukommt, kann man bereits absehen! Die Dino-Zerstörer und Fussball-Idioten sind eben Ausdruck unserer sinnentleerten Konsum- und Spassgesellschaft. jpl

Von Redaktion


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