Artikel vom 20.02.2005

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Fasnacht, Aadie

7 Franken 50 für eine Mählsuppe…

Fasnacht ist ein Geschäft, aber auch Abriss - und andere Impressionen nach den «drey scheenschte Dääg» im Jahr des Bebbis

Von Jürg-Peter Lienhard



Ein Teller Mehlsuppe mit etwas (billigem) Grano-Padano kostete an der Basler Fasnacht da oder dort ein halbes Vermögen. Bildplakat frei nachgestaltet - die orignalen Plakate hatten nicht mal ein Bildli drauf…



BASEL.- Das Restaurant Kunsthalle machts vor, wie die armen Wirte klagen müssen: Das Geschäft lief während der Fasnacht mies; die neue Bar war stets gähnend leer. Kunststück: Die Mehlsuppe kostete 7 Franken 50 - eine Mehlsuppe besteht aus Mehl, Wasser, Salz und etwas Pfeffer. Das Bier dortselbst kostete sechs Franken - umgerecht auf drei Deziliter, denn in der Kunsthalle wird das Bier nur in 2,5 Deziliter-Gläsern zu fünf Franken serviert.

Dass man aktive Fasnächtler rupfen soll, wie eine goldene Gans, erklärte der Chef-Barman der Kunsthalle damit, dass Aktive bis 3000 Franken für Goschdym, Larve und alles Drumherum pro Fasnacht ausgeben. Da sei eine Mählsuppe von 7.50 doch gar nicht übertrieben…

Buureregle: Fasnachts-Möcher stopfen Beizen-Löcher!

Dabei ist die Kunsthalle mit überrissenen Preisen etwa gar nicht die einzige Beiz in der Innenstadt. Allerdings haben die Innenstadt-Beizen einen erheblichen Standortvorteil: Mitten im Auge des Zyklons sind Sitzplätze rar, weshalb der Preis für die Gäste nicht eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Der Umsatz, der während der Fasnacht in den Gastrobetrieben entlang der «Route» generiert wird, vermag manchem Beizer das Januarloch, das Sommerloch oder das Renditeloch während des Jahres aufgrund mangelnder Gastlichkeit zu füllen, ja darüber hinaus auch gleich die halbe Miete zu bestreiten…

«Stadtkultur» auf dem Prüfstand

Die exorbitante Geschäftemacherei während der Fasnacht vermag einem die Fasnacht zu verleiden: «Ich bin doch nicht blöd!…» Und da haben wir den grosszügigen Begriff «Stadtkultur» wieder auf dem Prüfstand: Wo Leute etwas dafür tun, werden sie gleich gerupft und damit in die Skiferien gezwungen!

Man sah die Anzeichen in den ehemals Traditions-Fasnachtsbeizen: entweder gähnende Leere, oder voller Zivilisten! Keine Maskenbälle mehr, keine einfallsreichen Fasnachts-Dekorationen wie annodazumal, als in der Kunsthalle noch Künstler verkehrten. Man müsste ja ein paar Centimes ausgeben, damit die Leute einkehrten…

Aadie Fasnacht - meint:

Von Jürg-Peter Lienhard


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