Artikel vom 07.01.2005

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Flutkatastrophe

Vorsicht eMail-Flut!

Das Bild eines angeblich «vermissten Buben» der Flutkatastrophe geht rasend schnell um die Welt und ist nicht mehr zu bremsen

Von Redaktion

Am Dreikönigstag, 6. Januar 2004, erreichte die Redaktion von webjournal.ch eine dringende Mail der renommierten schweizerischen Fachärztevereinigung FMH, das Bild eines «unbekannten Buben» aus einem Spital in Pukhet in Tailand als «Suchbild» zu veröffentlichen. Indessen: der arme Bub hat seit dem 28. Dezember 2004 seine schwedischen Eltern wieder - doch der vorerst gutgemeinte Aufruf hat eine «Flutkatastrophe» anderer Art hervorgerufen…

Das ist die andere Seite der Kommunikations-Gesellschaft: Überholte Meldungen und Falschmeldungen verbreiten sich in Windeseile auf dem Internet und sind dann kaum mehr zu «bremsen», sprich werden zu «Selbstläufern», die im Schneeballsystem ganze Völkerschaften überschwemmen.

So ists uns von der Redaktion von webjournal.ch geschehen, als wir die Meldung über den «unbekannten Buben» aus einem Spital in Pukhet veröffentlichten: Es war ein «stinkender Fisch» wie man im Jargon der Medienprofis sagt: eine längst abgelaufene Meldung.

Nur zwei Tage vermisst…

Der Bub heisst Hannes Bergström und ist laut Pressedienst des Schweizer Fernsehens bereits am 28. Dezember 2004, also knapp zwei Tage nach der Flutkatastrophe im indischen Ozean, wieder seinen schwedischen Eltern übergeben worden. Anlass zu der «Suchaktion» war eine Ausstrahlung des Fotos des Knabens auf BBC, das den Hinweis eines Arztes im Internation-Hospital von Pukhet erhielt.



Das Suchbild als «Selbstläufer»: der 2-jährige Hannes Bergström ist kein Waise geworden.




Auch das Schweizer Fernsehen strahlte in der Tagesschau vom 5. Januar 2005 ein Foto eines Buben aus, der von seinen norwegischen Eltern gesucht wird. Dieser ist jedoch nicht identisch mit dem glücklich Aufgefundenen.

Zur Crux solcher Internet-Korrespondenz kommt die unglaubliche Vielzahl von Informations-Quellen, die zum aufmerksamen Beobachten selbst für einen Stab von Journalisten äusserst schwierig ist: Radio-Nachrichten, Tagesschauen, Zeitungs-Agenturen, Korrespondenten-Berichte, Internet-Zeitungen usw.

Auch unsere Region betroffen

Aus diesem Grund beschränkt sich webjournal.ch auf regionale Nachrichten im Grenzbereich Basel–Elsass–Baden-Württemberg, wo die Übersicht ebenfalls kaum gewährleistet ist. Darum pflücken wir aus der Masse der Informationen jeweils die Meldungen und Themen heraus, die wir zu bearbeiten vermögen und haben uns erst noch schwerpunktmässig auf die Kultur verlegt.

Dass wir in Zusammenhang mit der Flutkatastrophe uns etwas weiter aus unserem Fenster gebeugt haben, als es unsere Aufgabe ist, hängt mit der wirklich «grenzüberschreitenden» Katastrophe zusammen, die auch unsere Region, aber auch uns als Mitmenschen betrifft. In diesem Sinne haben wir das Thema über unser eigentliches «Gärtlein» gestellt. Wir hoffen auf das Verständnis unserer Leserschaft und danken für die Aufmerksamkeit!

Von Redaktion


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