Artikel vom 05.11.2004

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Sprache

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

47 Mal «Aha»- und «Haha»-Erlebnisse bietet das sprachkritische Buch mit obigem Titel von «Spiegel»-Autor Bastian Sick

Von Redaktion



Spass beim Lernen oder vielleicht auch Schadenfreude - die schönste Freude - verspricht Bastian Sicks Buch über die unfreiwillige Komik von Sprach-Entgleisungen.

-- Von Christian Stahl --

Die deutsche Sprache liegt uns offensichtlich fast allen am Herzen, wie man an der ebenso endlosen wie hitzigen Debatte über die Rechtschreibreform erkennen kann. Einerseits.

Andererseits ist leider ein oft unbedachter und liebloser Umgang mit ihr zu beklagen. Die Sprache kann sich ja nicht wehren, nicht einmal gegen schlimmste Vergewaltigungen - man denke nur an den brutalstmöglichen Sprachschrott unserer Politiker.

So etwas wie eine Sprachpolizei brauchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bussgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt.

Entertainer und Oberlehrer zugleich

Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, wobei er letzteren vor allem in tabellarischen Zusammenfassungen am Ende seiner Kolumnen auslebt.



Das ist er - der Entertainer im Oberlehrerzimmer - von dem hier die Rede ist: Bastian Sick, Buchautor und «Spiegel»-Kolumnist.

Dabei ist das doch wohl der Idealfall eines Sachbuchs: wo man lachen und schmunzeln und gleichzeitig jede Menge lernen kann. Zum Beispiel, wo das Eszett seinen Namen herhat und warum die Deutschen als einzige diesen wunderlichen Buchstaben benutzen.

Heisst‘s «gedownloaded» oder…

Oder wie man eingebürgerte Fremdwörter konjugiert - warum es zwar «ich recycle» heißt, aber nicht «du recyclest». Und auf die verzwickte Frage, ob «gedownloadet» oder «downgeloadet» richtig ist - wer hätte sich das noch nie überlegt -, weiß Sick die verblüffend einfache Antwort: «Weder noch, es heißt „heruntergeladen“».

Und wieso der Zwiebelfisch ausgerechnet Zwiebelfisch heißt, erfährt man naturgemäß auch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet 47-mal charmante Aha- und Haha-Erlebnisse und ist jedem Sprach-User heißestens zu empfehlen.

-- Von Christian Stahl und mit freundlicher Genehmigung der Amazon.de GmbH --

Bezug: Bastian Sick: «Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod». Kiepenheuer & Witsch, Koeln, Sept. 2004. Broschiert, EUR 8,90. ISBN: 3462034480 oder via www.amazon.de

Von Redaktion

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