Artikel vom 09.09.2004

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Rétroviseur

«Überzeugend»… - ehrlich!

Das Urteil von webjournal.ch über die neue «baz» ist von Chefredaktor Ivo Bachmann aufgenommen und in der «baz» vom 9. September 2004 unter «Medienecho» zitiert worden

Von Jürg-Peter Lienhard



Das webjournal.ch kam im Medienecho der neuen «baz» zu Ehren. Dieses Dokument kann per Link am Schluss dieses Artikels als PDF in Originalgrösse heruntergeladen werden.

In Nachtarbeit bis um 4 Uhr in der Frühe haben wir für die Leser von webjournal.ch die erste Ausgabe der neuen «baz» vom 4. September 2004 durchgeblättert und einen ersten Eindruck verfasst, bevor die «baz»-Leser die neue Zeitung im Briefkasten vorfanden: «Ein neues Kleid für eine alte Dame: Die Basler Zeitung nennt sich seit Freitag, 3. September 2004, nur noch in Minuskeln geschrieben „baz“. Wir haben die „Neue“ für Sie mal durchgeblättert», schrieben wir am Samstag, 4. September 2004, hier auf webjournal.ch.

Offenbar hat «baz»-Chefredaktor Ivo Bachmann auch unsere Webseite durchgeblättert. Und offenbar ziemlich aufmerksam. Denn er hat genau die löblichsten Zeilen daraus herausgepickt und sie in der Donnerstag-Ausgabe der «baz» vom 9. September 2004 im «forum.neue baz.» zitiert:

«Prinzipiell darf man die Neugestaltung der baz als gelungen bezeichnen. Ja, bereits Minuten nach der Neuerscheinung schien die letzte Ausgabe der alten BaZ veraltet. So rasch geht das - oder besser gesagt, so überzeugend wirkt der neue Wurf! Optisch, wenigstens.»

Immerhin hat er die Ellipse am Schluss des Zitats nicht ausgelassen, zumal sie eine skeptische Aussage ist! Jedoch, nun ist fast eine Woche vergangen, und wir haben das Gefühl, dass die inhaltliche Qualität der gelifteten Ausgabe langsam an Gestalt gewinnt. Unsere scheinbar begründete Skepsis gegenüber dem Kulturmagazin im «20-Minuten-Format» hat sich nicht bestätigt - wir denken, dass die bisher bemerkte Steigerung der Inhalts-Qualität unser Vorurteil widerlegt hat.

Immerhin hat Ivo Bachmann auf der von den Lesern am häufigsten gestellten Fragen zugegeben, dass das fehlende Radio-Programm eine Unterlassungsünde war, und dass da nun bald Korrekturen erfolgen. Diese Reaktionen der Leser auf das fehlende Radiopgramm zeigt, dass interessierte Leser eben auch häufig gute Radiohörer sind: Zeitung lesen und Radio als Kultur- und Infomedium benützen widerspricht dem Bild, den oft schnöde Zeitungsmacher «vom Leser am Bläsiring» haben. Den gibts sowieso nicht…

Die «baz» gehört den Lesern, die sie gebrauchen

Gleichzeitgt druckte die neue «baz» in der Donnerstagausgabe vom 9. September 2004 eine fast unendlich lange Reihe von Leserreaktionen ab. Beim Durchlesen dieser Briefe fallen zwei Dinge auf: Erstens die Kritikasterei der Leser - manchmal nicht einsehbar und manchmal bis ins nebensächlichste Detail verheddernd - zeigt etwas, was man fast nicht erwartet hat: Die «baz» gehört den Lesern! Wer so detailliert kritisiert, wie die Leser der alten und neuen «baz», der «braucht» diese Zeitung auch intensiv, lebt mit ihr. Scheinheiliges Lob wäre doch eher Beweis, dass die «baz» nicht interessierte…

Der zweite Aspekt, der auffällt: Wie unglaublich konservativ Leser am Hergebrachten hängen, wie laut der Aufschrei über die angebliche «Boulevardisierung à la Blick» aus den Leserbriefzeilen schreit. Darum hört wohl auch der Musikgeschmack der Schweizer Ende des vorletzten Jahrhunderts auf! Ach ja, die Schweizer…

Es tut not, dass die «baz»-Redaktion den Lesern erklärt, was «Boulevard» und was «Seriös» ist, selbst auf die Gefahr hin, dass der «Blick» in ein besseres Licht gerückt wird: «Boulevard» ist eine Kunst - sonst gäbe es nicht so viele «seriöse Zeitungen»…

Vielversprechender Anfang des Kulturmagazins

Vielleicht ist es etwas vorschnell, wenn die gebührende Skepsis bei den folgenden Zeilen fehlt: Erstaunlich ist, was diese Woche von der «baz» geboten worden ist. Wenn man bedenkt, wieviele redaktionelle Seiten der BaZ, ja insbesondere das BaZ-Magazin, aus Überlebensgründen eingespart werden mussten, so gelang es Ivo Bachmann, diese Lücken mit der Neugestaltung fast unmerklich zu schliessen! Dies zeigte sich besonders am interessanten Mix der Artikel und Themen der ersten Woche, der (noch) nichts zu wünschen übrig lässt.

Wie es weitergeht, müssen wir weiterhin scharf beobachten. Die aufwendigere Seitengestaltung birgt vielleicht die Gefahr, dass wesentliche Teile eines Artikels gestrichen werden müssen. Meist ohne Rücksprache mit dem Autor, was eine Todsünde gegenüber der Motivation von guten Schreibern ist! Die sollte man sowieso machen lassen, und Umfangvorgaben nur via Daumen und nicht via geschmäcklerische Grafikerfürze vorschreiben!

Autoren liefern ein WERK ab, in dem nicht herumgepfuscht werden darf!

Der korrekte Umgang mit den Autoren war stets eine vornehme Aufgabe im Dienste des Lesers! (Ich wiederhole: IM DIENSTE DES LESERS!) Die NZZ pflegt dies seit wir für sie arbeiten - darum hat diese «alte Tante» auch Qualität. Diesbezüglich wartet bei der neuen «baz» auf Ivo Bachmann eine riesige Arbeit bei der Entwicklung eines Qualitätsimages - haben wir die alte BaZ-Redaktion doch immer wieder als Sauladen erlebt, wo man mit den freien Mitarbeitern machte, was gerade in den Hosen des Redaktors rumpelte…

PS: BaZ ist die alte - «baz» die neue baz, die künftig hier dann nur noch baz geschrieben wird…

Von Jürg-Peter Lienhard

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

Medienecho im Original aus der baz vom 9. September 2004

Lesen Sie unsere Kritik der Erstausgabe der baz hier.


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