Artikel vom 27.08.2004

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Kultur

Musik für Aug' und Ohr

Frösche, Orchideen und «Steinway»

Festival im Tropenhaus: Klavier und Panflöte in Basels Lieblingsdschungel - Viel Vergnügen bei einem langen, heiteren Wochenende!

Von Reinhardt Stumm



Etwas unspektakulär wirkt das Plakat für «Orchideen und Musik». Eben so, wie Botanik ihr Schönheitsgeheimnis nur demjenigen offenbart, der bereit ist, hinzuschauen und zu staunen!. Alle Fotos: Botanisches Institut Basel

«I hope there is not too much discord with the birds and tree frogs joining in», schrieb David Du Puy in der Einladung, mit der er zum Konzert ins Tropenhaus des Botanischen Gartens der Universität Basel bittet (von Donnerstag bis Sonntag, 2. bis 5. September 2004).

Ob Vögel und Frösche stören oder nicht, ist aber nur die zweite Frage, die sich (auch) der Kustos der Schweizerischen Orchideenstiftung am Herbarium Renz gleich stellte. Die andere und erste war: Wird der Steinway die feuchte Luft im Tropenhaus am nächsten Wochenende (von Donnerstag, 2. September, bis Sonntag, 5. September 2004) unbeschadet überstehen?

Der «Steinway» liebt feuchte Luft!

Er wird, beruhigen die Fachleute. Er wird sogar glänzend überstehen, denn (höre ich und staune) diese Instrumente leiden unter zu grosser Trockenheit viel mehr. 64% Luftfeuchtigkeit seien ideal, berichtet der unermüdliche Orchideenvermittler Samuel Sprunger, der das Tropenhaus mittlerweile so fest in der Hand hat wie die Orchideensammlung in den angrenzenden neuen Gewächshäusern, die nun endlich einmal als das gezeigt werden sollen, was sie sind: Als Hort und Krippe der lebenden Basler Orchideensamlung - der grünen, wachsenden, blühenden also -, die nach beendeter Bauzeit aus ihrem Ferienlager in Reinach zurückgekehrt sind, um sich mit ihrer schicken neuen Umgebung anzufreunden.

Die grösste Orchideensammlung Europas

2400 Arten sind mittlerweile in Basel zuhause, mehr als in der berühmten Orchideensammlung im englischen Kew Gardens - Philipp Cribb, der Chef der dortigen Sammlung, hat alle guten Gründe, neidisch zu sein. Er kommt trotzdem zu diesem Konzertwochende nach Basel.



Wenn der Botanische Garten pfeift - kommt das staunensbegierig Volk, um…

Ob Vögel und Frösche die Musik widerspruchslos hinnehmen werden, weiss noch niemand. Sind sie friedlich? Es gibt Donizetto und Beethoven zu hören, Honegger und Chopin, da kann nicht viel schiefgehen, es gibt auch Lehar, Kalman, Boildieu - durch Brahms abgefedert -, was werden die Viecher dazu sagen? Wir werden es hören - oder nicht, je nachdem.

Mal zeigen, was blinder Unverstand nicht sehen will!

Die Idee zu diesem Wochenende hatte die Orchideenmannschaft der Orchideenstiftung Renz, insbesondere der rührige Samuel Sprunger, der ja wesentlich mit bewirkt hat, dass das Orchideenherbar von Jany Renz nun im Botanischen Institut zuhause ist.



…Wunder und Pracht der Natur zu bestaunen und zu verinnerlichen!

Was dieses Wochenende soll, ist verständlich: Nach allem Bittibätti der verflossenen Monate auch mal zeigen, worum es eigentlich geht, was es eigentlich zu sehen gibt, weshalb sich die Anstrengung lohnte und lohnt.

Vier Mal «Garten Eden»

Es gibt also nicht nur Musik, es gibt an diesen Tagen mit ihrem reichen Programm auch Führungen durch die einzelnen Häuser - es sind ja vier im Ganzen! -, es gibt eine kleine Ausstellung im Hauptgang, der die Häuser verbindet, und alles zusammen dient zuerst mal der Beantwortung der immer gleichen Frage: Was machen die da eigentlich? Ziemlich viel, wie sich zeigen wird!


Das Programm vom Donnerstag, 2., bis Sonntag, 5. September 2004

Konzerte: Freitag, 3., Samstag 4., Sonntag 5. September 2004, Botanischer Garten Basel.

Führungen durch die lebende Orchideensammlung: Jeweils täglich um 10 und 15.30 Uhr

Klaviermusik im Tropenhaus: Jeweils täglich um 11 und um 14 Uhr

Führungen durch Herbarium und Bibliothek der Jany-Renz-Stiftung: Täglich um 16.30

Panflöte und Klavier: Am Freitag und am Samstag je um 16.30 Uhr

Abschlusskonzert: Sonntag, 16.30 Uhr mit dem Streichtrio Providoli

Es spielen: Anka Grigo, Flöte; Jany Renz, Klavier und Les Nostalchics (Jan Kupsky, Laurent Hirschi; Jean-Paul und François Guéneux; Meinrad Schweizer, Paul Lamaze und Roberto Braccini).

Eintritt für Garten, Konzerte im Tropenhaus und Führungen Fr. 10.-, Kinder bis zwölf gratis.


(Anm.: Titel, Zwischentitel und Bildlegenden von red.)

Von Reinhardt Stumm

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