Artikel vom 26.11.2013

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Rechtspopulismus

Rechtspopulismus in Deutschland wird immer lauter

Populisten wie Thilo Sarrazin fischen schamlos in hasserfüllten Gewässern

Von Redaktion



Das deutsch-französische Internet-Portal von Kehl/Strassburg spricht Klartext mit Verweis auf die Verantwortung der «Volksparteien» CDU/PS/UMP/SPD… Bild: Screening des französischen Artikels auf dem Portal.


Wie in Frankreich erstarken auch in Deutschland die Extremrechten, schreibt das deutsch-französische Internet-Portal eurojournal.net am Dienstag, 26.November 2013. Diese Entwicklung werde befördert, weil die «Volksparteien» nur schwach dagegenhalten und damit einem Klima Vorschub leisten, «das einem durch die schamlos geäusserten Hasstiraden den kalten Schauer über den Rücken treiben lässt». Hier klicken für mehr…

Das Portal nimmt Bezug auf eine «Konferenz der Souveränität», die am Wochenende im ostdeutschen Schkeuditz zwischen Leipzig und Halle von den «neuen Braunen» organisiert wurde. Titel: «Für die Zukunft der Familie! Sollen die europäischen Völker abgeschafft werden?».

«Star» des Anlasses war Thilo Sarrazin, der in Deutschland für Irritation sorgte mit seinen Aussagen, die an den Nazi-Duktus erinnerten, dass die Immigranten aus dem Orient «genetisch minderwertiger» als die abendländischen Volksstämme seien.

Sarrazin erhielt grossen Applaus für seine Forderung, dass es «jedem Immigranten während zehn Jahren verboten bleibe, Sozialhilfe zu beanspruchen - absolut.» Allerdings erwähnte er nicht, dass es Asylanten sowieso verboten ist, in Deutschland einer bezahlten Arbeit nachzugehen… Eine solche Forderung erfüllen bedeutete somit, dass man sie verhungern liesse…

Die braunen Organisatoren hatten zudem zwei russische Deputierte eingeladen, Olga Batalina und Elena Mizoulina, deren verbale Attacken sich zumal gegen Homosexuelle richteten, deren Veranlagung «zu 95 Prozent anerzogen» seien. Und ein Journalist des organisierenden Magazins «Compact» mit Namen Jürgen Elsässer doppelte mit einem bodenlos primitiven Witz nach: «Mir genügt, in meine Unterhose zu blicken, um den Unterschied zwischen Mann und Frau zu erkennen.»

eurojournal.net kommentierte den Fascho-Anlass als «Award der dümmsten Niederträchtigkeit im Denken und Reden». Man könnte zwar diese Art Versammlung so zur Kenntnis nehmen, dass in jeder Gesellschaft ein Anteil Dummköpfe unausrottbar seien, doch damit riskiere man, dass sich das Problem verbreite und verschärfe. Denn wenn sich die Volksparteien nicht zu ihrer Verantwortung bekennen und lediglich auf dieser rechten Seite säen und ernten wollen, um ihre Wählerstärke zu erweitern, dann ist der Schritt nicht mehr weit, um einer faschistoiden Entwicklung zum Durchbruch zu verhelfen. Denn wie in Frankreich, werden besonders die Deutschen stark von diesen Populisten mit «schlagend-einfachen Lösungen» umworben und pfeffern sie mit der Schürung von Hass.

Schliesslich ziele der rechte Hass nicht allein gegen Homosexuelle und Immigranten. Es genüge, vom Durchschnitt abzuweichen oder zu einer Minderheit zu gehören. Aber gewiss sei es nicht allein Schuld der schwachen Geister, die sich hinter den Schreihälsen versteckten, sondern zumal in Deutschland mache sich in breiten Kreisen gegenüber der politischen Klasse eine Frustration breit, die einem Wunsch nach einer starken Führerschaft Vorschub leistet. Wer stets schweige und sich vor der Verantwortung drücke, müsse sich indes bewusst sein, dass er mit dem Feuer spiele…

PS: Sollten Schweizer Leser Obiges als «rein französisch-deutsches» Problem anzusehen geneigt sein, so seien sie darauf hingewiesen, dass auch hierzulande, zumal von Seiten der SVP, gerne auf der dumpfen Seite geheut wird. red.

Von Redaktion

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