Anzeige:
KulturSchweigen

Artikel vom 14.09.2011

Druckversion

Basel - Kultur

Matthyas Jenny erhält Basler Kulturpreis

20’000 Franken für den Erfinder des Poesitelefons, Verleger der Nachtmaschine und Vater der Schriftstellerin Zo!e Jenny

Von Redaktion



Sieht immer etwas mürrisch aus, wenn er schlecht verkaufbare Bücher anbieten muss: Matthyas Jenny, designierter Kulturpeisträger der Stadt Basel 2011, an einer Lesung im («grossen») Literaturhaus Basel am 8. Juni 2009. Foto J.-P. Lienhard, Basel © 2011


Der 39. Basler Kulturpreis 2011 geht an den Autor und Literaturvermittler Matthyas Jenny und wird ihm am 14. November 2011 im Basler Rathaus überreicht. Dem passionierten Autor, Verleger und Literaturinitiator ist es zu verdanken, dass Basel bis heute ein lebendiger Ort ist für Literatur in allen Facetten, heisst es in der Begründung der Kulturpreis-Jury vom Mittwoch, 14. September 2011.

Matthyas Jenny hat wie kein anderer der Literatur in Basel zahlreiche Plattformen eröffnet und damit eine grosse Öffentlichkeit verschafft. Basel verdankt ihm einen überregional ausstrahlenden Literaturbetrieb. Ohne ihn gäbe es kein Literaturhaus, kein Lyrikfestival, keine internationale Messe BuchBasel, keine Buchhandlung mit Lese-Veranstaltungen an der Bachlettenstrasse – kurz kaum etwas, das nicht bis heute die Basler Literaturlandschaft nachhaltig prägt und in Bewegung hält.
Matthyas Jenny wurde 1945 in Basel geboren. Er lernte zuerst Reisekaufmann und war vielfältig reisend unterwegs. Ab 1975 alleinerziehend, lebte Matthyas Jenny mit seinen Kindern Caspar und Zoë auf der griechischen Insel Ios und im Tessin, seit 1977 wieder in Basel.

1976 gründete er seinen Verlag «Nachtmaschine» als Einmannbetrieb, in dem er bis 2006 Zeitschriften und Bücher u.a. von Jörg Fauser, Markus Kutter, René Regenass, Dieter Fringeli, Rolf Lappert, Markus Stegmann oder Theaterstücke von Hansjörg Schneider publizierte. Von 1987 bis 1995 arbeitete er als stellvertretender Geschäftsführer der Verlagsauslieferung Azed AG in Basel, danach als Einkaufsleiter bei Ex Libris und schliesslich beim Ammann-Verlag.


Ab November 2006 führte Matthyas Jenny zusammen mit Ursula Wernle «Das kleine Literaturhaus Basel» im Bachletten-Quartier. Mit Bekanntwerden einer schweren Krankheit Ursula Wernles zog sich Matthyas Jenny ab 2007 von all seinen Aktivitäten zurück, um sich ganz der Betreuung seiner am 13. Mai 2007 verstorbenen Ehefrau zu widmen. Seit Ende Mai 2007 führt Matthyas Jenny hauptberuflich die «Bachletten Buchhandlung» und das ebenfalls dort ansässige «Kleine Literaturhaus Basel», wo regelmässig Lesungen und literarische Veranstaltungen stattfinden.

Matthyas Jenny ist Autor von zehn Publikationen (Gedichtbände, Kurzgeschichten und Romane), welche zwischen 1973 und 1996 erschienen sind, zuletzt der Roman «Beschreibung der Tiefsee» im Lenos Verlag.

Alle von Matthyas Jenny initiierten Projekte spielen im literarischen Leben Basels noch heute eine zentrale Rolle. Dabei hat sich Matthyas Jenny als Person nie in den Vordergrund gedrängt. Sein enormer persönlicher Einsatz, der auch streitbare Situationen nicht scheut, galt immer der Sache: der Literatur und ihrer Vermittlung.

Zusätzliche Anerkennung verdient, dass er neben den erwähnten Projekten als Verleger der «Nachtmaschine» wichtige Autorinnen und Autoren entdeckte, das erste deutschsprachige Poesietelefon sowie den «Tag der Poesie» ins Leben rief und mit dem Kleinen Literaturhaus und der «Buchhandlung Bachletten» bis heute zu einem lebendigen Literaturleben in Basel beiträgt.
Die Verdienste von Matthyas Jenny zeugen von einer ausserordentlich hohen künstlerischen Leidenschaft und der Fähigkeit, Ideen zu realisieren. Seine Leistung als Literaturvermittler, Verleger, Buchhändler und Autor will der Regierungsrat mit dem Basler Kulturpreis 2011 auszeichnen: Der Kulturpreis der Stadt Basel wird dieses Jahr zum 39. Mal vergeben und ist mit 20'000 Franken dotiert.

In der Kulturpreis-Jury sind Katrin Eckert, Hans-Georg Hofmann, Sandra Leis, Susanne Würmli-Kollhopp, Hansmartin Siegrist, Jeannette Voirol und Isabel Zürcher. Die Preisverleihung durch den Regierungsrat ist am 14. November 2011 um 18.15 Uhr im Rathaus Basel.

Von Redaktion


Klicken Sie hier, wenn Sie fortan bei neuen Artikeln dieses Autors benachrichtigt werden wollen!


Anzeige:

Latein8



Nach oben


Copyright © 2003 by webjournal.ch

 

Die Funktion Newsletter ist wegen Spam blockiert. Schreiben Sie eine Mail an info(ad)webjournal.ch mit dem Betreff: «Bitte newsletter zusenden» Besten Dank für Ihr Verständnis.