Artikel vom 10.05.2004

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Menschenwürde

Apropos Haus-Sklaven-Interpellation

Von Reinhardt Stumm

Die Interpellation Nr. 30, den vom Theater Basel als Haus-Sklaven unter Vertrag genommenen Michel-Remo Lussana und ähnliche Fälle betreffend, ist auf gebührende Weise beantwortet worden. Nämlich so gut wie überhaupt nicht.

Natürlich sind zweieinhalb Seiten beschrieben worden. Und jenem Schrieb entnehmen wir nicht nur alles das, was wir schon wussten, dass nämlich

1. nur Statisten Haussklaven werden können;

2. dass Statisten auch als Mörder oder Leichen dienen können, falls ihnen das lieber ist (und auch das vertraglich gestützt und begrifflich gesichert!). Es wird dabei ausdrücklich auf den innovativen Charakter des Sklavenkonzepts hingewiesen;

3. davon schon immer wissen konnte, wer es nur wollte. Ausser uns wollte offenbar niemand.

Interventionen des Regierungsrats des Kantons Basel-Stadt, weit über jedem Sklaven-, Mörder- oder Leichenstatut stehend, erübrigen sich damit.

O Gott! Was hätte der Herr Rat tun sollen? Geschmacksfragen sind nicht judikabel. De gustibus non disputandum, das wussten schon die alten Römer. Dass ein Theater vom unaufhörlich und lauthals gepriesenen internationalen Range des Theaters Basel sich derart abgeschmackte Scherze leistet wie den hier auf Regierungsratsebene verhandelten, mag ein Indikator sein für das intellektuelle Mass, das diesem Institut zu Gebote steht. Irgendjemandem in jenem Hause, dessen kulturbildende Energie uns viel, viel Geld wert ist, sollte man als Lohn für solchen Schwachsinn den Hosenboden stramm ziehen.

Von Reinhardt Stumm

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