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Artikel vom 22.12.2009

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Basel - Allgemeines

Winterkälte im Zolli

Die Eiseskälte der Vorweihnachtstage 2009 hatte überraschend geringen Einfluss auf die Tiere

Von Redaktion



Die Gepardenjungen aus dem letzten Wurf sind inzwischen zu richtigen Halbstarken herangewachsen. Ihnen macht Schnee und Eis in ihrem Gehege nichts aus, denn sie haben «Spikes» an den Pfoten und eine geheizte «Garage». Foto Thomas Jermann, Zoo Basel © 2009


Während der blutte Mensch sich von Kopf bis Fuss dick einhüllen muss, wenn das Thermometer vom Strandbadbereich gegen die Nullgradgrenze und darunter sinkt, ertragen viele Tiere aus dem warmen Afrika tiefe Temperaturen problemlos - oder die Tierpfleger sorgen vor: Vögel hüllen sich in Flauschfederkleider, Säugetiere in Winterfelle. Reptilien und andere wechselwarme Zoo-Bewohner sind auf klimatisierte Räume oder Wärmestrahler angewiesen.



Auch Fräulein Löwe lässt sich nicht davon abhalten, im Schnee zu tummeln, zumal der Felsen, auf dem sie sitzt, eine Heizung eingebaut hat… Foto Thomas Jermann, Zoo Basel © 2009


Die Tiere im Basler Zolli haben auf die klirrende Kälte der letzten Tage ganz unterschiedlich reagiert: Den Rentieren schien das kalte Schneepolster sehr zu behagen. Dank Winterfell gut isoliert legten sie sich kurzerhand in die Schneekuhlen.

Die Kängurus aus dem warmen Australien zeigten zwar Interesse an der weissen Pracht, zogen aber nach einigen Hüpfern den wohlig vorgewärmten Stall vor. Die Seelöwen fressen momentan ein paar Fische mehr, um ihren Energiebedarf zu decken, nehmen ansonsten die Kälte aber völlig gelassen. Ihre dicke Speckschicht und das wasserabstossende Fell isolieren sie bestens gegen Frost.

Den Esels- und Königspinguinen ist es erst richtig wohl, wenn die Temperaturen unter zehn Grad sinken. Ihr Wind, Wasser und Kälte abwehrendes dichtes Federkleid ist die ideale Outdoor-Bekleidung für Minustemperaturen. Deshalb wird ihre Innenanlage rund ums Jahr stark gekühlt.



Den berfrackten Königen kann es nicht kalt genug sein, wenn sie ihren täglichen Spaziergung durchs Publikum unternehmen. Foto Thomas Jermann, Zoo Basel © 2009


Nur für einige wenige Zootierarten müssen an kalten Tagen spezielle Massnahmen getroffen werden: Die Elefanten machen derzeit nur kurze Ausflüge nach draussen, damit ihre empfindlichen Ohren nicht abfrieren. Definitiv zu kalt war es den Flusspferden in den vergangenen Tagen; bei ihnen war Wellness im gewärmten Innenbad angesagt. Auch die Giraffen mussten drinnen bleiben, sobald auf den Aussenanlagen Rutschgefahr drohte.

Wassergräben halten die Tiere in ihren Anlagen – solange das Wasser nicht gefroren ist und zu einem Spaziergang einlädt. Bei den Löwen, den Geparden und einigen Huftieren mussten die Tierpfleger das Eis in den Wassergräben zerschlagen. Bei den Löwen und den Wölfen musste sogar der Wasserstand im Graben gesenkt werden.

Das durch den Zoo fliessende Wasser stammt aus einem Seitenkanal des Birsig und aus dem warmen Grundwasserstrom unter dem Vivarium. Es bleibt auch an kältesten Tagen so warm, dass Sumpfschildkröten darin den Winter überdauern können.

Von der ganzen Aufregung draussen merken die Tiere im Vivarium nichts. Fische, Reptilien und Amphibien sind wechselwarm – sie können also keine eigene Körperwärme erzeugen. Deshalb sind die Aquarien und Terrarien beheizt und voll klimatisiert.

Und das ist nicht nur behaglich für die Vivarium-Tiere, sondern besonders für die Besucher, die sich während der Weihnachtsferien in Basel aufhalten und die wunderbare ruhige Stimmung im Zolli geniessen wollen. Merggsch ebbis?



Der Seeleu stammt aus dem warmen Kalifornien, aber im Zolli tummelt er sich im Winter im Bassin, als sei es eine warme Badwanne. Wäre er kein Löwe, müsste man sagen, es sei ihm ainewääg sauwohl…


Von Redaktion


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