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KulturSchweigen

Artikel vom 19.11.2009

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Basel - Allgemeines

Der Schneeleopard ist ein Tier!

Achtung, Herr Steve Jobs von Apple-Computer: das Bild des Zolli-Fotografen Thomas Jermann ist urheberrechtlich geschützt ©!

Von Redaktion



Müde liegt der Schneeleopard auf seinem Fels im Sautergarten des Basler Zollis und scheint nach etwas Schnee Ausschau zu halten. Foto Thomas Jermann, ZooBasel © 2009


So etwas Ödes wie ein Computer-Betriebssystem nach einer der schönsten und deshalb gefährdetsten Katzenarten zu benennen… Zollifotograf Thomas Jermann wäre gar nicht begeistert, seine tollen Fotos für Werbezwecke dem Computer-Monopolisten aus Cupertino zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Jedes der so erfolgreichen MacBooks, also Notebooks, verschlingt bei der Produktion rund 2000 Kilo Rohstoffe - vorab Rohöl, dann Gold, Kupfer, Aluminium und Zinn etc. Es ist klar, dass der «Fortschritt» der Technik den Lebensraum noch so vieler anderer Tierarten beeinträchtigt - das heisst schliesslich auch der Menschenart…

Die ungewöhnlich warmen Novembertage locken derzeit die Menschen in den Basler Zolli. Manchen Zootieren wäre klirrende Kälte lieber, heisst es in der Zolli-Mitteilung vom Donnerstag, 19. November 2009, die dem «Bild des Monats» mit dem Schneeleoparden im sogenannten Sautergbarten des Basler Zoos angehängt ist.

Doch wir alle wissen inzwischen, dass der Schneemangel von der Menschenart und seiner bedenkenlos angewendeten Technik und durch den Raubbau an den während Millionen Jahren gewachsenen Ressourcen verursacht ist: CO2-Ausstoss durch Verbrauch von Rohöl, Klimawandel durch rabiates Abholzen der Regenwälder, Umleiten von ganzen Flussläufen und dem enormen Fleischverbrauch der reicheren Nordländer, sind die «menschgemachten» Gründe der Erderwärmung.

Sie hat derart dramatische Ausmasse angenommen, dass den Eisbären in der Arktis der Lebensraum dahinschmilzt, wie uns das Glacé in der mit fossilen Brennstoffen überheizten Stube.

Und so ist denn das «schöne» Herbstwetter eigentlich ein Alarmzeichen, das uns vor Augen führen sollte, dass so wunderprächtige Tiere wie der Schneeleopard bald nur noch im Zoo zu bestaunen sind. Ihm setzte nicht nur die Klimaerwärmung zu, sondern auch die Gier der Menschenrasse: Schneeleoparden werden leider illegal bejagt, ihr Pelz ist begehrt, und weil sie gelegentlich Haustiere schlagen, sind sie nicht überall gerne gesehen. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes sind Schneeleoparden heute sehr selten geworden und gelten daher als stark gefährdet.

Ein Grund, um den Zolli wieder aufzusuchen. Nicht allein wegen des «schönen» Wetters, sondern, weil uns der Zolli die Chance gibt, den Schneeleoparden lebend zu bestaunen, weil er in seiner Heimat kaum mehr zu sehen ist. Und weil wir dann sehen können, wie ein lebendes Tier echt und nicht virtuell als Computer-Betriebssystem aussieht!

Schneeleoparde bewohnen nämlich die Hochgebirge Zentralasiens und sind für den Aufenthalt in der Kälte bestens ausgerüstet. Das Fell ist vor allem im Winter extrem lang und dicht, und der lange, buschige Schwanz wird beim Ruhen als Kälteschutz über die Nase gelegt. Sogar die Fussohlen sind mit Fell bedeckt und dank den auffallend grossen Pfoten lässt es sich bequem über Schneefelder laufen ohne allzu tief einzusinken.

Bis der Schneeleopard im Zoo Basel seine Winterausrüstung nutzen kann, wird er sich wohl noch etwas gedulden müssen - wenn überhaupt…

Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Mehr zum neuen Schneeleoparden-Paar im Zoo Basel


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