Artikel vom 19.02.2009

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Basel - Wirtschaft

Fnac schliesst

Ende März 2009 ist Schluss mit der Basler Filiale der kultigen französischen Multimediakaufhauskette - 61 Mitarbeiter werden entlassen

Von Redaktion



Gute Frage: «Was ist Kultur in Basel?» Umschlag einer Werbebroschüre von Fnac Basel. Offenbar wurde das Kulturbedürfnis der Deutschschweizer Stadt so nahe an der französischen Grenze massiv unter- oder überschätzt…


Es habe einfach nicht rentiert, erklärte die Mediensprecherin von Fnac Basel, Eliane Meyer, gegenüber baz-online am Donnerstag, 19. Februar 2009. Die erste Deutschschweizer Filiale der grössten französischen Multimediakaufhauskette ist vor nicht mal einem Jahr im April 2008 an der Steinenvorstadt (im aufwendig umgebauten ehemaligen Spengler-Modehaus) eröffnet worden. Damit legt die in der Westschweiz in Genf, Lausanne und Freiburg erfolgreich operierende Kette seine Ausbaupläne für andere Deutschschweizer Städte vorsoglich aufs Eis. Die 61 Mitarbeiter sind am Mittwoch über die Schliessung informiert worden.

Man versuche für einige der von der bevorstehenden Entlassung betroffenen Mitarbeiter Arbeitsplätze in der Romandie zu finden. Weil Fnac zum französischen Handels- und Luxusgüterkonzern PPR gehört, der in Pratteln auch das Inneinrichtungshaus Conforama betreibt, könnten auch dort weitere Mitarbeiter untergebracht werden. Allerdings hat PPR angekündigt, konzernweit rund 400 Stellen zu streichen.

Es existiere ein Sozialplan, aber dieser sieht für die Angestellten im Verkauf und an der Kasse nur einen Monatslohn vor, während die Kadermitarbeiter zwei Monatssaläre erhalten sollten.

Das auf 3’200 Quadmeter und auf sechs Etagen verteilte Sortiment von Fnac Basel wurde einfach zu wenig frequentiert; nur am Eröffnungstag fand ein Publikumsansturm statt - danach herrschte täglich Flaute. Das Angebot war insgesamt preislich und angebotsmässig zu wenig attraktiv. Es auf sechs Etagen Verkaufsflächen suchen zu müssen, war zeitraubend und umständlich, so dass sich das Publikum doch eher bei den eingesessenen Detaillisten bediente. Auf jeden Fall wurde der angestrebte Umsatz um gut die Hälfte verfehlt - auch wenn genaue Zahlen nicht bekanntgegeben werden.

Laut telefonischer Auskunft von Frau Meyer sollen die Mitglieder, die für die Fnac-Mitgliedschaft doch immerhin 40 Franken Einschreibegebühr bezahlt haben, eine Rückvergütung in Form eines Gutscheines erhalten, der auch nach Ende März in anderen Filialen in der Schweiz eingelöst werden könne.

Von Redaktion


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