Artikel vom 17.10.2008

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Elsass - Kultur

's Härbschtfyr

Fotoserie der brennenden Wälder und Gedichte zum Herbst von Nathan Katz und Paul-Georges Koch

Von Jürg-Peter Lienhard



Blick von der «Challhöchi» bei Metzerlen in den Sundgau.


Der Oktober 2008 beschert uns wiederum einen prächtigen Herbst mit beinahe sommerlichen 20 Grad am Tag. Ein Grund mehr, die Wanderschuhe anzuschnallen um sich zum Beispiel in den Sundgau aufzumachen. Da brennen die Wälder bis in die Häuser hinein in den prächtigsten Farben. Gucken Sie sich die folgenden Herbstbilder an und erfreuen Sie sich an den Herbst-Gedichten der beiden Sundgauer Dichter Nathan Katz und Paul-Georges Koch. Alle Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2008




Einsame Herbst-Wanderin auf dem Gempenstollen.




Das Lied vom Herbst von Nathan Katz (* Waldighofen, 24.12.1894 - ✝ Mulhouse, 1981):


's Härbschtfir

So isch dr Härbscht in's Därfle chu:
Z'erscht het er duss im Wall e Büeche n azunge. Derno isch's Fir witergschprunge.
Bäum noh Baum isch in's Brenne chu.

Derno sin alli Wälder im Flackere gsi.
's ganze Fall isch agange.
In einere Chlüet in isch's gschtange.
Ei gross mäilig Fir isch das gsi!

Das het si dr Rai abegwälzt, 's Därfle i.
Das flackerige Guld het iber d'Hiser gschlage, iber e Schiretor, iber e Dilewage,
's het grislet züe alle Faischter i.

Wer weiss, was es no mag gä?
Z' letscht tien mr no im Därfle verbränne.
Nit emol ass mr meh flichte chänne
Wenn das Härbschtfir so wet obhand näh!





Nathan-Katz-Büste in Waldighofen an der Nathan-Katz-Allee.












Paul-Georges Koch (1908-1982) aus: «Lebenstanz» (1946):

Herbststimmung

Als leis der Nebel kam
und silbergrau die Flur verhing,
der Herbst die Fackel nahm
und golden seine Spur verging –
warf noch die Sonne eine Handvoll Gluten
von einem roten Wolkenherd
auf tote Wiesen, Wälder, Blätterfluten...
Doch hat ihr Feuer deren Asche bloss vermehrt!












Poème de Paul-Georges Koch (1908-1982, issu du recueil «Lebenstanz» (1949), et sa traduction par Jean-Christophe Meyer:


Impression d’automne

Quand sans bruit s’en vint le brouillard
Et recouvrit la glèbe
De gris-argent
Quand l’automne prit le flambeau
Et que d’or se perdit
Sa trace
Le soleil encor jeta une poignée de braises
D’un foyer rougeoyant de nuages
Sur les prés morts, bois et ramas de feuilles…
Un feu qui ne fit que multiplier leurs cendres !









red.- Leider werden die Farben der Fotos im weboptimierten Format blässlich - im Gegensatz zu den unkomprimierten. Wer von der Leserschaft eines der Bilder gerne im Vollformat und in den saftigsten Farben erhalten möchte, kann sich an die Redaktion wenden.


Von Jürg-Peter Lienhard

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Mehr über Nathan Katz auf Alemannische Wikipedia

• Mehr über Paul-Georges Koch auf wikipedia.fr

• Nathan-Katz-Lesung am Bodensee


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